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Zeitschrift Industriekultur 3.20: Industriekultur im Harz

Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge, der Harz, gilt als die älteste zusammenhängende Industrieregion des Landes. Sie steht traditionell im Zeichen des Bergbaus, der sich seit der Bronzezeit auf die Förderung von Silber-, Kupfer-, Blei- und Eisenerzen konzentrierte. Die deutsche Zeitschrift Industriekultur widmet dem Harz ihre neue Ausgabe; der ERIH-Beitrag porträtiert passend zum Themenschwerpunkt verschiedene touristisch erschlossene Zeugnisse der Harzer Industriegeschichte.

An erster Stelle steht ein ERIH-Ankerpunkt: das Weltkulturerbe Rammelsberg, das als wohl einziges Bergwerk weltweit mindestens 3.000 Jahre ohne Unterbrechung in Betrieb war. Das hier geförderte Silber veranlasste um das Jahr 1000 den deutschen Kaiser Heinrich II., im nahegelegenen Goslar eine Kaiserpfalz anzulegen, die sein Nachfolger Heinrich III. zum längsten weltlichen Gebäude seiner Zeit ausbaute. Noch im 19. Jahrhundert lieferten die bis zu 600 Meter tiefen Stollen des Rammelsberges knapp die Hälfte des in Deutschland geförderten Silbers. Heute macht das mittlerweile hier eingerichtete Museum und Besucherbergwerk mehr als 1.000 Jahre Bergwerksgeschichte wieder lebendig – unter- und oberirdisch!

Um die weitläufigen Stollenanlagen zu entwässern, schufen die Harzer in der Zeit vom 16. bis 19. Jahrhundert das weltweit bedeutendste vorindustrielle Wasserwirtschaftssystem, das je für Bergbauzwecke zum Einsatz kam. 143 Stauteiche, 500 Kilometer Gräben und 30 Kilometer unterirdische Wasserläufe veranschaulichen das gewaltige Ausmaß dieser Anlagen, von dem Besucher auf geführten Wanderungen des Oberharzer Bergwerksmuseums in Clausthal-Zellerfeld einen lebhaften Eindruck bekommen.

Teil der Harzer Industriekultur ist zudem Europas größtes zusammenhängendes Streckennetz, auf dem noch regelmäßig Dampfzüge verkehren. Die meterspurigen Gleise der Harzer Schmalspurbahn erreichen eine Gesamtlänge von rund 140 Kilometern. Dazu gehört auch die Brockenbahn auf den mit 1.141 Metern höchsten Gipfel des Harzes. Die Geschichte der regionalen Verhüttung veranschaulichen das Glas- und Hüttenmuseum in Wieda, einem Ortsteil von Walkenried, sowie das Hüttenmuseum Thale, das die Entwicklung der dortigen Eisenindustrie von einem bescheidenen Hüttenbetrieb für Bleche anno 1686 zum industriellen Großbetrieb des 20. Jahrhunderts nachzeichnet.

ERIH-Beitrag in "Industriekultur" 3.20 (pdf)
 

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