Minett-Tour: Neue ERIH-Regionalroute durch Luxemburgs Montangeschichte

Luxemburg, so überraschend das klingt, war einmal ein industrielles Schwergewicht. Zentrum dieser Entwicklung war das Erzbecken im Süden des Herzogtums, das unmittelbar an die Montanregionen Lothringen und Saarland grenzt. Heute sind die Bergwerke und Hochöfen Geschichte, doch sie sind nicht vergessen. Eine spannende, nur 35 Kilometer lange ERIH-Regionalroute führt Besucher zurück in eine Zeit, in der Kumpel und Stahlkocher das Fundament für die heutige Bedeutung des Landes legten.

De Minett, wie die Luxemburger den Süden ihres Landes nennen, verdankt seinen Namen dem Eisenerz, das die Böden der Region rötlich schimmern lässt. Die Ausbeutung dieses Bodenschatzes katapultierte den Landstrich im frühen 19. Jahrhundert in kürzester Zeit ins Industriezeitalter. Besonders deutlich wird das in Rumelange, heute Heimat des Nationlalen Bergbaumuseums: Fast 150 Jahre lang, von 1824 bis 1964, gruben Bergleute um die „Roches Rouges“, die Roten Felsen, nach Eisenerz – erst im Tagebau, ab 1870 auch unter der Erde. Damit gaben sie den Startschuss für eine industrielle Erschließung, die Luxemburg am Vorabend des Ersten Weltkriegs zu einem der zehn weltweit größten Produzenten von Roheisen und Eisenerz machen sollte.

Rumelange mit seinem Bergbaumuseum und ERIH-Ankerpunkt ist Ausgangspunkt der neuen Regionalroute. Deren geringe Länge von nur 35 Kilometern erlaubt es, sich in kurzer Zeit ein umfassendes Bild der luxemburgischen Montangeschichte zu machen. Dabei gibt es viel zu erleben: an Bord eines Dampfzugs im Industrie- und Eisenbahnpark Fond-de-Gras, mit der Grubenbahn im Bergwerksstollen von Rumelange, beim Spaziergang im restaurierten Zechengelände der Grube Katzenberg mit dem Museum der Cockerill-Mine in Esch-sur-Alzette oder auf einem der Hochöfen im ehemals topmodernen Hüttenwerk Belval.

Historische Bergbauorte, umgewandelte Industrie-Knotenpunkte und jede Menge Geschichte und Natur – all das ist hier nur einen Katzensprung voneinander entfernt. Und weil der rasche industrielle Aufstieg des Großherzogtums viele Arbeitskräfte aus dem Ausland anzog, gehört auch das Dokumentationszentrum für Menschliche Migrationen in Dudelange zur Minett-Tour. Es illustriert die Veränderung des Gesellschaftsbildes und das Zusammenspiel der Kulturen am Beispiel des örtlichen „Italien“-Viertels mit seiner besonderen Architektur, seinen Baudenkmälern und der Geschichte seiner Bewohner.

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