ERIH Industriekultur-Barometer: die Ergebnisse der 2019-er Umfrage

Bereits zum zweiten Mal hat ERIH in Kooperation mit dem Regionalverband Ruhr eine Umfrage zur Lage der Industriekultur in Europa durchgeführt. Demnach besuchen immer mehr Menschen in Europa Industriedenkmäler und -museen. Entsprechend optimistisch blicken die Betreiber der Einrichtungen in die Zukunft. Fast alle Standorte sind auf öffentliche Zuschüsse in unterschiedlicher Höhe angewiesen. Im Gegenzug sorgen sie für Beschäftigung in der Region.

Von den insgesamt 325 angeschriebenen Industriekultur-Standorten nahmen 113 aus 16 Ländern an der Erhebung teil. Bei der Hälfte handelt es sich um öffentliche Einrichtungen, die anderen werden überwiegend von privaten Trägern oder Stiftungen betrieben. Ganzjährige Öffnungszeiten in 87 Prozent der Fälle zeugen von einem touristisch relevanten Angebot, das in der Regel fest angestellte Mitarbeitende gewährleisten. Die Beschäftigungszahlen schwanken zwischen einer bis fünf Vollzeitstellen bei 41 Prozent der Befragten und mehr als 50 Beschäftigten bei sieben Prozent.

Je nach Lage, Größe und Attraktivität der Einrichtung weichen die Besucherzahlen stark voneinander ab. Ein Fünftel der erfassten Standorte verzeichnet über 100.000 Besucher im Jahr, ein Viertel kommt auf Zahlen zwischen 25.000 und 100.000. Ein weiteres Viertel mit unter 10.000 Besuchern markiert das untere Ende der Skala. Erreicht werden alle Bevölkerungsschichten, vor allem Familien, Menschen ab 50 und Bildungsreisende. Auch junge Besucher spielen eine zunehmend wichtige Rolle. Der Großteil des Publikums –  60 Prozent – kommt aus der Region.

Eine Mehrzahl der Standortbetreiber bewertet die allgemeine Besucherentwicklung als gut bis sehr gut. Auch die eigene Wettbewerbsfähigkeit erhält fast durchweg gute Noten. Engpässe gibt es bei der Personalausstattung: 36 Prozent der Befragten sehen diesen Punkt kritisch.

Gleichzeitig unternehmen viele Standorte Anstrengungen, um etwa die Besucherzahlen zu steigern und neue Zielgruppen anzusprechen. Ganz oben auf der Agenda der Maßnahmen stehen verstärktes Marketing, mehr Kundenorientierung und die Entwicklung neuer erlebnisorientierter Angebote. Aber auch Baumaßnahmen werden in Angriff genommen, darunter die Verbesserung von Energieeffizienz und Barrierefreiheit.

Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage

Diese Webseite nutzt Cookies