Ruhrgebiet: Wirtschaftsfaktor "Route der Industriekultur"

Besucher der Ankerpunkte sorgen für Millionenumsätze und Arbeitsplätze. 2017 besuchten über sieben Millionen Menschen die 25 Ankerpunkte der Route der Industriekultur und erzeugten einen Bruttoumsatz von rund 285 Millionen Euro. Der Tourismus zur Route der Industriekultur löst Beschäftigungseffekte von mindestens 6.150 Arbeitsplätzen aus.

Das sind die zentralen Ergebnisse einer Studie des Instituts dwif-Consulting aus München, die der Regionalverband Ruhr (RVR) in Auftrag gegeben hat. Ziel der Untersuchung ist es, die ökonomische Bedeutung der Ankerpunkte für die Metropole Ruhr zu beziffern und den jährlichen Aufwendungen für Sicherung und Instandhaltung gegenüberstellen zu können.

Dazu Martin Tönnes, RVR-Beigeordneter für Planung: „Jeder Euro, den wir in die Sicherung und Instandhaltung der Route der Industriekultur stecken, macht sich doppelt für das Ruhrgebiet bezahlt. Die Investitionen in den Erhalt der Industriedenkmäler und unsere industrielle Kulturlandschaft sind gleichzeitig Investitionen in die Zukunft und in neue Arbeitsplätze. Zollverein und die weiteren 24 Ankerpunkte locken als touristisches Alleinstellungsmerkmal jedes Jahr mehr und mehr Besucher an und sind eine Erfolgsstory für die Metropole Ruhr geworden. Die Route der Industriekultur hat sich zu einem Wirtschaftsfaktor in der Region entwickelt.“

Um die ökonomische Bedeutung der 25 Ankerpunkte untersuchen zu können, führte das Institut dwif-Consulting zunächst Expertengespräche mit Vertretern der Ankerpunkte. Die auf diese Weise ermittelten Zahlen und Daten bildeten die Basis für die Berechnung der Umsatz-, Einkommens-, Beschäftigungs- und Steuereffekte.

Von den 7,26 Millionen Besuchern der Ankerpunkte der Route der Industriekultur sind über die Hälfte Tagesreisende, etwa ein Drittel Einheimische und knapp 17 Prozent Übernachtungsgäste. Im Schnitt geben die Besucher 39,90 Euro pro Tag aus. Übernachtungsgäste lassen sich ihren Aufenthalt mit 117,40 Euro am meisten kosten. Bei 7,26 Millionen Besuchern und durchschnittlichen Ausgaben von 39,90 Euro ergibt sich ein Bruttoumsatz von 285,2 Millionen Euro. Am meisten Umsatz generieren Übernachtungsgäste (50,5 Prozent). Gemessen an der Zahl der Aufenthaltstage und der Größe des Umsatzes spielt der Tagestourismus eine zentrale Rolle für die Industriekultur. 

Neben den Ankerpunkten selbst profitieren insbesondere das Gastgewerbe, Einzelhandel und sonstige Dienstleistungen wie Unterhaltung/ Freizeit / Sport oder ÖPNV und Taxi von den Ausgaben der Besucher. Das Gastgewerbe ist mit fast der Hälfte der Umsätze (139,7 Mio. Euro) Hauptnutzer, Einzelhandel und Dienstleistungen kommen jeweils auf ein Viertel. Tagesgäste und Einheimische geben anteilig deutlich mehr Geld für Dienstleistungen (35,8 bzw. 29,4 Prozent) aus als Übernachtungsgäste (19,1 Prozent).

Neben den direkten sind auch die indirekten Einkommenseffekte zu berücksichtigen, die aus Vorleistungen resultieren wie Zulieferer, Investitionen für den Bau und die Substanzerhaltung bzw. Bereitstellung von weiteren Dienstleistungen wie Kredite oder Versicherungen.

Im Rahmen des Trägerschaftsvertrag zwischen Land NRW und RVR werden jährlich 9,5 Millionen Euro in die Sicherung und Instandsetzung der Großstandorte der Route der Industriekultur wie Landschaftspark Duisburg-Nord, Gasometer Oberhausen, Welterbe Zollverein in Essen, Jahrhunderthalle Bochum sowie Kokerei Hansa in Dortmund investiert. Diesem Aufwand stehen 2017 Einnahmen aus dem Tourismus von mehr als dem Doppelten gegenüber: Aus dem generierten Bruttoumsatz von 285,2 Millionen fließen Einnahmen in Höhe von 26,9 Millionen Euro in die Steuertöpfe des Bundes, des Landes und der Kommunen zurück.

Die  Route der Industriekultur erschließt auf einem 400 Kilometer langen Straßenkurs und in einem radtouristischen Netz von 1.250 Kilometern Länge das industriekulturelle Erbe der Metropole Ruhr. Zum Kernnetz zählen 25 bedeutende Industriedenkmäler, die sogenannten Ankerpunkte, sowie 17 Aussichtspunkte und 13 Arbeiter-Siedlungen. Die Route ist ein Projekt des Regionalverbandes Ruhr.

(Pressemitteilung Regionalverband Ruhr vom 12. November 2018)


dwif-Studie "Ökonomische Effekte der Route der Industriekultur"

 

 

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