Bologna 2018: Rückblick auf die ERIH-Jahreskonferenz

In diesem Jahr traf sich die ERIH-Familie in Bologna, umgeben von italienischer Hoch- und Lebenskultur. Das Motto der Jahreskonferenz – „Mind the Gap“ – richtete den Blick auf die Herausforderung, Industriekultur auch im kommenden Jahrzehnt erfolgreich zu vermitteln. Redner und Workshops wiesen anhand von erprobten Beispielen Wege auf, wie Industriedenkmäler und -museen in einer beschleunigten und immer kontroverseren Kommunikationskultur neue Zielgruppen ansprechen und erreichen können.


Vorstandsmitglied John Rodger sprach gleich zu Anfang die Themen an, denen sich ERIH-Standorte stellen müssen, um ihre Besucherzahlen zu steigern. Dazu gehören Barrierefreiheit, Gleichstellung der Geschlechter, Multikulturalität und Saisontourismus ebenso wie Klimawandel, Virtuelle Realität und die Entwicklung des internationalen Tourismus. Wie ERIH darauf konkret reagiert, demonstrierte ERIH-Vizepräsident Adam Hajduga anhand aktueller Projekte wie Work-it-Out, Site Twinning und Linking Europe.

Die weiteren Redner boten spannende Einblicke in die Praxis einzelner Standorte. Dabei ging es zum Beispiel darum, mithilfe von Marktforschung herauszufinden, was Besucher besonders anzieht und was nicht. Andere Beiträge beschäftigten sich mit der Frage, wie es gelingen kann, mit Besuchern in Interaktion zu treten und dass es nicht nur um Maschinen und Fakten geht, sondern auch darum, persönliche Erinnerungen und andere Formen des immateriellen Kulturerbes zu bewahren. Sehr hilfreich war auch der offene Umgang mancher Redner mit gescheiterten Versuchen der Besucherkommunikation.

In den Workshops am Nachmittag gab es erste Erfahrungsberichte der sechs Pilotteilnehmer des Site-Twinning-Projekts. Dabei waren sich alle einig: Der Blick hinter die Kulissen eines thematisch eng verwandten ERIH-Partners bringt sehr viel. Der Workshop Digitalisierung war gespickt mit Tipps zur digitalen Kommunikation und lieferte nebenbei noch gute Ideen zum Thema Freiwilligen-Management.


Das Exkursionsprogramm bot wieder jede Menge Highlights, darunter das spannende Museum der Industriekultur Bologna, das sehr beeindruckende MAST, das durch Kunst, Technologie und Innovation eine Brücke zwischen dem Unternehmen und der Gesellschaft bauen will, sowie die Ducati-Werks- und Museumsbesichtigung, die nicht nur für Motorrad-Fans ein Gewinn war. Eine weitere Exkursion führte zu den vorindustriellen Kanälen Bolognas, die heute nur noch unterirdisch verlaufen, und zeigte das Elektrizitätssystem der Stadt.

Bologna war in den drei Tagen der Konferenz ein wundervoller Gastgeber. Ein ganz herzliches Dankeschön an die Stadt Bologna und ihre Museen, insbesondere das Museum der Industriekultur, sowie an Miriam Masini, Maura Grandi und Martina Buiat für die hervorragende Organisation!

Fotos von der Konferenz

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