Sir James Walker (1781 – 1862)

Sir James Walker arbeitete in seiner Jugend mit einigen der herausragendsten Bauingenieure der industriellen Revolution zusammen. Als Erwachsener war er an vielen bedeutenden Bauprojekten in Großbritannien und Deutschland beteiligt, vor allem aber hat er weltweit die Entwicklung der Leuchttürme stark beeinflusst.

Walker wurde in Falkirk in Schottland geboren, studierte an der Universität Glasgow und lernte bei seinem Onkel, dem Bauingenieur Ralph Walker (1741-1824). Mit John Rennie (1761-1821) arbeitete er an der Errichtung der „West India Docks“ in London. Ab 1803 trug er die Verantwortung für den Bau der Commercial Road, einer der Hauptverbindungenzu den neuen Docks durch Ost-London. 1829 vermaß er die Route für eine der ersten großen Eisenbahnstrecken, die von Leeds nach Selby führte und ab 1834 die Schwesterlinie von Selby nach Hull. Im Folgejahr vermaß er die Strecke zwischen Leipzig und Dresden, die oft als erste deutsche Langstreckenverbindung bezeichnet wird. 1810 wurde er Ingenieur bei den „Surrey Commercial Docks“ auf dem Südufer der Themse in London und behielt diese Position bis zum Ende seines Lebens. Er leitete auch Arbeiten am Hafen in Aberdeen, am East Bute Dock in Cardiff, auf der Insel Alderney und 1845 in Hamburg. Er war beratender Ingenieur beim Bau einer der berühmtesten Londoner Sehenswürdigkeiten, dem allgemein als „Big Ben“ bekannten Turm des Parlaments.

Seine wichtigsten Leistungen aber vollbrachte er beim Bau von Leuchttürmen. 1821 entwarf er den „West Usk“-Leuchtturm bei Newport in Süd-Wales und baute dann noch 21 weitere, so 1844-47 in Trevose Head in Devon, 1858 „Bishop's Rock“ und 1859 „The Needles“ vor der Isle of Wight.  Zudem arbeitete er als Leitender Ingenieur für „Trinity House“, die Einrichtung, die in Großbritannien für Leuchttürme und Feuerschiffe zuständig war. 1834 folgte er Thomas Telford als Präsident des Instituts der Bauingenieure. Seit 1990 erinnert eine Büste am Greenland Dock, einem Teil der „Surrey Commercial Docks“, an ihn.