Giovanni Agnelli (1921 – 2003)

Giovanni Agnelli erbte die Leitung von Italiens größtem Motorbau-Unternehmen 1966 im Alter von 45 Jahren und baute die Firma während der folgenden 30 Jahre zu einem mächtigen internationalen Konzern aus. Er war Sohn von Edoardo Agnelli (1892-1935), der bei einem Unfall mit einem Wasserflugzeug zu Tode kam. Sein Großvater war Giovanni Agnelli (1866-1945), der aus Villar Perosa bei Turin im Piedmont stammte und 1899 zu den Gründern der Fabbrica Italiana di Automobili Torino zählte, abgekürzt FIAT. Er wurde Geschäftsführer, als 1900 die erste Fabrik eröffnete. In diesem Jahr stellten 35 Mitarbeiter 24 Fahrzeuge her. Innerhalb von sechs Jahren steigerte Fiat die Produktion jedoch auf mehr als 1000 Autos pro Jahr. 

Giovanni Agnelli leistete seinen Militärdienst während des Zweiten Weltkriegs in Russland und Nordafrika ab. Nach Kriegsende führte Vittorio Valletta (1883-1957) die Firma. 1966 gewann Giovanni die Kontrolle über Fiat und das Familienvermögen. Bekannt als "Gianni" oder "L'Avvocato", vereinte er geschäftliche Intelligenz mit einer Vorliebe für das Playboy-Leben und pflegte enge Kontakte zu internationalen Bankern und führenden Politikern Italiens. Er hielt die Verbindung des Unternehmens mit dem Fußballverein Juventus in Turin aufrecht und unterhielt eine große Auto-Sammlung, zu der sowohl 11 Versionen des kleinen Panda gehörten als auch Ferraris mit Sonder-Karrosserie. Agnelli überwachte den Bau von Fiat-Fabriken in der Sowjetunion (1971) und später in Brasilien und Argentinien. Während er dem Unternehmen vorstand, übernahm Fiat die meisten italienischen Nobel-Automarken, darunter Alfa Romeo, Ferrari, Lancia und Maserati. Unter seiner Ägide gewann Fiat sieben Mal die Auszeichnung für den "European Car of the Year". Als er starb, beschäftigte das Unternehmen weltweit über 200.000 Mitarbeiter. Das Vermögen der Firma belief sich auf 4% des italienischen Bruttosozialprodukts und sie beschäftigte 3,1% der Arbeiterschaft des Landes.