Broschüre "European Industrial Heritage: The International Story"

ERIHs Beitrag zum EUROPÄISCHEN KULTURERBEJAHR 2018 "SHARING HERITAGE"

Die Industrialisierung war von Anfang an ein grenzüberschreitendes Ereignis, keine nationale Entwicklung. Neue Technologien und Produktionsformen verbreiteten sich in Europa seit der Mitte des 18. Jahrhunderts in großem Tempo über Landes- und Kulturgrenzen hinweg. Fabrikanten errichteten ihre Werkshallen in verschiedenen Ländern, Legionen von Arbeitskräften machten sich auf den Weg in die aufstrebenden Industrieregionen und in ganz Europa erkämpften Gewerkschaften nach und nach die Errungenschaften des europäischen Sozialstaats.

Jedes Industriedenkmal, jede Stadt, jede Arbeitersiedlung ist Teil dieser zunächst europäischen und später weltweiten Entwicklung. Nur erfährt der Besucher meist nichts davon. Das eng miteinander verflochtene Netzwerk europäischer Industrieregionen, die sich gegenseitig befruchten und verstärken – für die Mehrzahl heutiger Industriekultur-Standorte ist das kein Thema.

Das muss sich ändern. Das ERIH Netzwerk macht die europäischen Zusammenhänge der Industrialisierung sichtbar und bietet damit gemeinsame europäische Geschichte zum Anfassen. Ziel ist es, dass in Zukunft jeder einzelne ERIH-Standort seinen Besuchern eine Vorstellung von den vielfältigen Verflechtungen vermittelt. Unterstützung erhält ERIH dabei vom Europäischen Förderprogramm Creative Europe. Als anerkanntes Netzwerk für Industriekultur in Europa wird ERIH drei Jahre lang – von 2014 bis 2017 – gefördert.

Im Rahmen dieser Netzwerkförderung ist auch die vorliegende Broschüre entstanden. Sie soll ERIH-Standorten einen ersten Anstoß dafür liefern, wie sie die europäischen Zusammenhänge aufzeigen und erklären können. Ähnlich den ERIH-Themenrouten skizziert sie die Geschichte der einzelnen Industriezweige als spannendes europäisches Schauspiel. Dabei kann und will sie nicht alle Bereiche abdecken. Vielmehr will sie dazu anregen, sich detaillierter mit der internationalen Seite europäischer Industriekultur zu beschäftigen und dadurch Impulse für die museale Umsetzung im eigenen Haus zu erhalten.

Der Zeitpunkt ist günstig: Die EU hat das Jahr 2018 zum Europäischen Kulturerbejahr ausgerufen. Im Blickpunkt steht das Verbindende der gemeinsamen kulturellen Wurzeln und zugleich die kulturelle Vielfalt des Kontinents. In der europäischen Industriekultur, dem spezifischen kulturellen Erbe eines Europas der Regionen, fließt beides beispielhaft zusammen.

Die Broschüre ist eine erste Annäherung an das umfangreiche Thema. Wir freuen uns über Ergänzungen und Ideen, um diese spannende Geschichte weiterzuschreiben. 

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