Deutsches Technikmuseum

"Lebenswelt Schiff", "Vom Ballon zur Luftbrücke", "Züge, Loks und Leute": Was immer Berlin in den letzten 120 Jahren an technischen Entwicklungen erlebt hat, ist im Deutschen Technikmuseum in der Hauptstadt zu sehen. Schon von weitem grüßt ein "Rosinenbomber" vom Dach der modernen Glas-Stahl-Konstruktion. Einen reizvollen Kontrast dazu bildet der Museumspark mit seinen Windmühlen, den historischen Lokschuppen, der Brauerei und dem markanten Wasserturm. Im Inneren dieses Gebäudeensembles erwarten den Besucher nicht weniger als 15 Abteilungen auf 26.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Die beleuchten die Berliner Technik- und Industriegeschichte von allen Seiten und verknüpfen diese stets mit der Kulturgeschichte der Menschen. Das wird besonders dann spannend, wenn sich einzelne Maschinen plötzlich in Bewegung setzen – eine Treidellok etwa, die einmal Schiffe zog, oder das technische Inventar einer historischen Druckerei. An anderer Stelle helfen moderne Multimedia-Stationen der Vorstellungskraft auf die Sprünge. Eine Audioführung für Kinder richtet den Blick speziell auf das Thema Bewegung. Währenddessen können sich die Erwachsenen auf einem weiteren Audiorundgang in die Zeit der Industriellen Revolution zurückversetzen lassen. So wird aus dem Museumsbesuch ganz schnell eine abwechslungsreiche Entdeckungsreise.

Geschichte

„Landschaft aus Eisen und Stahl, deren Ende kein menschliches Auge sieht“: So beschrieb der Autor Joseph Roth in den 1920er Jahren das Gelände, auf dem heute das Deutsche Technikmuseum steht. Noch im Zweiten Weltkrieg rangierten hier die Züge des ehemaligen Anhalter Güterbahnhofs. Gleich nebenan lagen der Potsdamer Bahnhof, der Postpaketbahnhof und das Gleisdreieck der Berliner U-Bahn. Dieser betriebsame Verkehrsknotenpunkt verwandelte sich nach der deutschen Teilung in eine verlassene Stadtwildnis. Gleich mehrere historische Gebäude hielten dort Dornröschenschlaf – und blieben vor allem deshalb erhalten!

Ein passenderer Ort für das Deutsche Technikmuseum ist also kaum denkbar. Was von den ehemals fast 100 technischen Sammlungen Berlins den Krieg überstanden hat, fand hier seit 1983 eine neue Heimat. Schon zwei Jahre nach der Eröffnung sorgte ein Anbau für eine erste Erweiterung der Ausstellungsfläche. Noch einmal 20.000 Quadratmeter kamen 2001 mit dem heutigen Haupthaus hinzu. Es trägt eine Douglas C-47 B "Skytrain", einen jener "Rosinenbomber", die die Westberliner während der sowjetischen Blockade per Luftbrücke versorgten. Die spektakuläre Architektur des Neubaus markiert zugleich den zentralen Standort der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin. Gleich gegenüber befindet sich mit dem Science Center Spectrum ein weiteres Haus der Stiftung. In dessen Nachbarschaft wiederum entsteht gerade das so genannte Technoversum, das sich den technologischen Entwicklungen der Gegenwart und Zukunft widmen wird. Die erste Ausstellungseinheit – "Das Netz" - feiert voraussichtlich im August 2015 Eröffnung. So fügt sich das in Jahrzehnten gewachsene historische Gelände zu einem kontrastreichen Museumsareal, in dem der Museumspark mit seinen Wind- und Wassermühlen wie eine Naturoase inmitten der Großstadt wirkt. Dabei gelingt es den Museumsmachern immer wieder, die Technikgeschichte auch als Kulturgeschichte zu begreifen – mit all ihren Auswirkungen auf den Alltag der Menschen.

Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: bitte Hinweise auf Webseite beachten
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt: ja
Museumsshop: ja

Dienstag - Freitag 09.00-17.30 Uhr
Samstag, Sonntag 10.00-18.00 Uhr

  • Führungen möglich
  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder