be Mine Bergbaumuseum

Was für ein Anblick! Scheinbar endlos reihen sich die sorgfältig gemauerten Einzelduschkabinen der Waschkaue aneinander. Jeder Kumpel hatte hier seine eigene Nasszelle. Die Fortschrittlichkeit der Anlage verdankt sich in erster Linie dem späten Entstehungsdatum des Bergwerks. Es stammt aus der Zeit kurz nach 1900 und beeindruckt durch seinen guten Erhaltungszustand. Heute ist aus der Zeche bei Beringen in Belgisch-Limburg das Flämische Bergbaumuseum geworden. Ein Dokumentarfilm über den einstigen Grubenalltag stimmt die Besucher auf den Ort ein. Buchstäblich greifbar wird die Lebenswelt der Bergleute dann während der anschließenden Führung durch einen nachgebauten Stollen. Ergänzend dazu erläutert ein Bergwerksmodell mit Klang- und Lichtspielen den komplizierten Zechenbetrieb. Das Besucherzentrum schließlich bettet mit einer Ausstellung das bis dahin Erlebte in die regionale Bergbaugeschichte ein. Spätestens jetzt ist es höchste Zeit für den „Bergmannspfad“. Der führt von der Waschkaue über Lampensaal und Lohnhalle bis zu einem der beiden gewaltigen Fördertürme. Wer will, kann zum Schluss auch noch der benachbarten Arbeitersiedlung samt Bergbaukathedrale einen Besuch abstatten.

Geschichte

Das umfassendste Panorama gewährt der so genannte Steinberg. Von der Kuppe der heute begrünten Halde wandert der Blick ungestört über Fördergerüste, Wipperhalle und Kohlenwäsche, folgt Schienensträngen mit abgestellten Waggons, die langsam von der Natur zurückerobert werden, und erreicht schließlich die nahe Arbeitersiedlung. Zu der ländlichen Umgebung mit ihren weiten Heideflächen will das alles nicht so recht passen.

 

Tatsächlich ist das Limburger Kohlerevier eines der jüngsten und kurzlebigsten in ganz Europa. Seine Geschichte begann um 1900, als die belgische Regierung beschloss, den Bergbau in der östlichsten Provinz des Landes zu fördern. Grund dafür war die starke Nachfrage in- und ausländischer Stahlproduzenten nach hochwertiger Steinkohle. Deren Abbau setzte in Limburg 1901 ein und erstreckte sich im Laufe der Zeit auf sieben Zechen. Doch schon Ende der 1950er Jahre erhielt der Bergbau Konkurrenz durch preiswertere Energiequellen wie Öl und Gas. Die letzte noch aktive Limburger Steinkohlegrube schloss 1992 ihre Pforten. Nur die Zeche bei Beringen lebt fort – als Standort des Flämischen Bergbaumuseums. Die Größe der Anlage lässt Rückschlüsse auf den einstigen Umfang der regionalen Kohleförderung zu. Allein vier Fördergebäude sorgten für den Austausch zwischen obertägigen Gebäuden und unterirdischen Stollen.

 

Der gesamte Komplex entstand praktisch auf der grünen Wiese, eine industrielle Infrastruktur war kaum vorhanden. Das zeigt sich auch im Nachbarort Beringen. Dort wurde ein komplett neues Arbeiterviertel aus dem Boden gestampft, das die Belegschaft der Zeche aufnehmen sollte. Die verklinkerten Fassaden der Häuserzeilen sind nicht nur in räumlicher Hinsicht eine Verlängerung der monumentalen Bergwerksarchitektur. Heute ist die Siedlung Teil des Industriedenkmals, ebenso wie die renaturierten Steinhalden im Rücken des ehemaligen Grubenareals. Deren markante Erhebungen, ursprünglich ein Abfallprodukt der Kohlenwäsche, setzen in der ansonsten eher flachen Limburger Landschaft deutliche Akzente.

Empfohlene Aufenthaltsdauer: 2 Stunden
Dauer einer geführten Tour: 120 Minuten
Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: bitte Hinweise auf Webseite beachten
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt: ja
Museumsshop: ja

täglich 10.00-16.00 Uhr

  • Führungen möglich
  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder