tim – Staatliches Textil- und Industriemuseum

Ratternde Webstühle, kreatives Modelabor, moderne Hochtechnologie: tim, das junge Augsburger Textil- und Industriemuseum, verknüpft die rasante Entwicklung der örtlichen Textilbranche mit einem spannenden Streifzug durch die Mode- und Kostümgeschichte der vergangenen zwei Jahrhunderte. Den Rahmen dafür bietet die historische Augsburger Kammgarnspinnerei (AKS). Sie lässt Arbeiterinnen und Arbeiter zu Wort kommen, führt Textilmaschinen unterschiedlichster Zeit- und Entwicklungsstufen vor und inszeniert auf einem Laufsteg Mode vom Biedermeier- bis zum Strenesse-Kleid. Im Zentrum der Dauerausstellung steht die umfangreiche Musterbuchsammlung der ehemaligen Neuen Augsburger Kattunfabrik (NAK). Über ein interaktives Terminal kann der Besucher Stoffmuster des 19. und 20. Jahrhunderts auf rotierende, über vier Meter hohe weibliche Figuren projizieren und so selbst zum Designer werden. Intelligente Kleidung und andere Entwicklungen der Gegenwart veranschaulicht ein packender Hightech-Bereich. Kinder folgen ihrem eigenen Museumspfad, auf dem sie selbst weben, stricken oder drucken können. Sonderausstellungen, Modenschauen, Lesungen und Konzerte vervollständigen das Programm.

tim – Staatliches Textil- und Industriemuseum
Augsburger Kammgarnspinnerei (AKS)
Provinostraße 46
86153 Augsburg
Deutschland
+49 (0) 821 - 8100150
Homepage

Geschichte

Gerade noch rechtzeitig brachten sie 1996 den Stein ins Rollen: die Mitglieder des damaligen Vereins zur Förderung eines Industriemuseums in Augsburg e.V. Es war die Zeit der Schließungswelle der großen Textilfabriken, in denen Jahre zuvor noch tausende von Arbeitern Lohn und Brot fanden. Um das Erbe der örtlichen Textilindustrie zu bewahren, begannen die Vereinsmitglieder, zum großen Teil selbst ehemalige Textiler, möglichst viele Maschinen aus der Konkursmasse der großen Fabriken zu retten. Damit legten sie den Grundstock für das spätere Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim), dessen Sammlung textile Objekte und Maschinen aus dem ganz Bayern beherbergt. Die in jahrelanger Arbeit instand gesetzten Maschinen dokumentieren heute nicht nur die Technikgeschichte, sondern führen den Besucher auch mitten in den Arbeitsalltag der Augsburger Textilfabriken. Einzigartig ist zudem die schon genannte NAK-Musterbuchsammlung. Dieses Archiv umfasst rund 1,3 Millionen Stoffmuster, beginnend von den 1780er bis in die 1990er Jahre. Dank gemeinsamer Anstrengungen des Fördervereins, des Freistaats Bayern, der Stadt Augsburg und der örtlichen Sparkasse konnte das Musterbucharchiv im Ganzen bewahrt und für Augsburg gesichert werden. Dass das Museum in der von dem Grazer Architekten Klaus Kada restaurierten Augsburger Kammgarnspinnerei (AKS) residiert, ist kein Zufall. Die AKS, 1836 von dem Unternehmer Friedrich Merz gegründet, war der erste große Industriebetrieb der Stadt und produzierte bis ins Jahr 2004. Mit ihren bis zu 2.000 Beschäftigten war die AKS zeitweise die größte Kammgarnspinnerei in der Bundesrepublik und steht damit für die herausragende Bedeutung der Textilindustrie für Augsburg. Der interaktive Museumsparcours inszeniert den Produktionsprozess vom Rohstoff bis zum fertigen Kleidungsstück und veranschaulicht zugleich die wechselhafte Geschichte der Textilindustrie vom Handwebstuhl bis zur Hightech-Webmaschine.

Empfohlene Aufenthaltsdauer: 2 Stunden
Dauer einer geführten Tour: 90 Minuten
Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: vollständig
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Museumsshop: ja

Dienstag - Sonntag 09.00-18.00 Uhr

  • Führungen möglich
  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder