Zeppelin Museum

"Fliegende Zigarren", "Luxusliner der Lüfte", "Himmelsgiganten": Seit es Luftschiffe gibt, regen sie die Fantasie der Menschen an. Menschen stehen auch im Mittelpunkt des Friedrichshafener Zeppelin-Museums. Wer war dieser Ferdinand Graf Zeppelin, der trotz wiederholter Pannen bis zu seinem Tod 1917 unbeirrt an der Idee einer profitablen Luftschifffahrt festhielt? Was trieb die Ingenieure an, die die Technik der Luftschiffe ersannen und perfektionierten? Welche Aufgaben erfüllten die Schiffsführer, Funker, Zellenpfleger und das Bordpersonal? Der Museumsrundgang überträgt die Begeisterung der Pionierzeit mühelos auf die Besucher. Gleich zu Anfang flackern Originalaufnahmen historischer Zeppelinflüge über die Großleinwand. Ein 3D-Film macht die imposante Größe der Luftschiffe fast physisch greifbar. Wer anschließend über ein Fallreep in die originalgetreu nachgebauten Passagierbereiche der "Hindenburg" steigt, staunt über den Luxus an Bord dieses fliegenden Hotels. Detaillierte Modelle sowie Filme und Fotos erzählen die Geschichte der Luftschifffahrt von ihren Anfängen im 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Ein großer Spaß sind nicht zuletzt die Experimentierstationen zu den physikalischen Grundlagen der Luftschifftechnik.

Geschichte

Die "Zeppelin-Wunderkammer" im Museum ist ein anschauliches Beispiel für den Erfolg der "Marke" Zeppelin: Bordgeschirr, Blechzeppeline, Zeppelinwurst, Zeppelinwecker, ein Luftschiffaschenbecher – das "Merchandising" kennt keine Grenzen. Dabei beginnt die Geschichte des Unternehmens alles andere als verheißungsvoll. Auf das erste Konzept eines "lenkbaren Luftfahrzuges", das Ferdinand Graf Zeppelin 1894 entwickelte, folgten fast 20 Jahre desaströser Rückschläge. Bis 1913 wurden von 19 gebauten Luftschiffen 13 bei Unglücken zerstört. Die öffentliche Anteilnahme war jedes Mal groß und führte in einem Fall sogar zu einer beispiellosen Spendenaktion, bei der Luftfahrt-Enthusiasten 6,1 Millionen Mark sammelten. Das bescherte dem Traum des "närrischen Grafen vom Bodensee" endlich ein tragfähiges finanzielles Fundament. Die 1909 gegründete Deutsche Luftschifffahrts-Aktiengesellschaft (DELAG) und die Zeppelin-Stiftung bereiteten den Weg für die erfolgreiche zivile, vor allem aber militärische Nutzung der Luftschiffe. Nach dem Ersten Weltkrieg begann die Ära der luxuriösen Passagierfahrten. Höhepunkte waren die Weltumrundung der "Graf Zeppelin" 1929 und der Bau der "Hindenburg" 1936, mit 254 Metern Länge das größte Luftschiff aller Zeiten. Mit dem Namen "Hindenburg" ist zugleich der spektakulärste Unfall verbunden - die Bilder der Brandkatastrophe von Lakehurst vom 6. Mai 1937 gingen um die Welt. Das Ende der einstigen "Himmelsgiganten" besiegelte 1940 das Nazi-Regime: Es ließ die letzten Luftschiffe abwracken und alle Luftschiffhallen sprengen.

Das Museum, das 1869 als Regionalmuseum begann und 1912 erstmals ein "Zeppelin-Kabinett" einrichtete, zeigt die weltweit größte Sammlung zur Luftschifffahrt – von den historischen Starrluft-Zeppelinen bis zu den halbstarren Exemplaren der Gegenwart. Nach mehreren Umzügen residiert die Sammlung seit 1996 in der denkmalgeschützten und umfassend modernisierten Bauhaus-Architektur des ehemaligen Hafenbahnhofs.

Empfohlene Aufenthaltsdauer: 2 Stunden
Dauer einer geführten Tour: 90 Minuten
Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: vollständig
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Museumsshop: ja

Mai bis Oktober:
täglich 09.00-17.00 Uhr, letzter Einlass 16.30 Uhr
November bis April:
Dienstag - Sonntag 10.00-17.00 Uhr, letzter Einlass 16.30 Uhr

  • Führungen möglich
  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder