DIE MEILENSTEINE EUROPÄISCHER INDUSTRIEKULTUR: ANKERPUNKTE. AUSWAHLKRITERIEN UND -VERFAHREN

Der Name sagt es schon: In den Ankerpunkten ist jede Menge verankert. Zuallererst der große Rahmen: Die Ankerpunkte veranschaulichen die gesamte Bandbreite der europäischen Industriegeschichte. Dann das attraktive touristische Angebot vor Ort: Besucher aller Altersstufen können hier Industriekultur "live" erleben - durch interessante Führungen, Multimedia-Präsentationen und herausragende Events. Und nicht zuletzt sind die Ankerpunkte zugleich Ausgangspunkte für die regionalen Routen. 

Ankerpunkte sind Standorte mit besonderer historischer Bedeutung und herausragender touristischer Attraktivität und Qualität: die Meilensteine europäischer Industriekultur. Die Anerkennung als ERIH-Ankerpunkt ist ein Qualitätssigel und gleichzeitig ein Qualitätsversprechen für die Besucher.

Auswahlkriterien

Ankerpunkte müssen die im ERIH-Masterplan definierte Qualitäts- und Auswahlkriterien erfüllen. Die Kriterien setzen sich aus verschiedenen Punkten zusammen. Diese müssen bzw. können durchaus aufgrund länderspezifischer Besonderheiten nicht alle gleichzeitig erfüllt werden: je mehr, desto besser.

Der ideale ERIH Ankerpunkt:

  • ist ein authentischer Ort mit Symbolwert und (bestenfalls überregionaler) Bedeutung für die industrielle Geschichte Europas. Handelt es sich bei dem Standort um keinen authentischen Ort, beispielsweise um einen (Museums-)Neubau, kommt es entscheidend auf die Attraktivität und den Erlebniswert der Inhalte und Präsentation der Ausstellung an
  • erzählt seine und/oder die präsentierte Industrie-Geschichte mit einer guten Ausstellung
  • bietet Besuchern attraktive Erlebnisse auf der Höhe der Zeit; z.B.
    - Betriebsbesichtigungen
    - Demonstrationen bei laufendem Fabrikbetrieb
    - Multimedia-Installationen
    - geführte (mehrsprachige) Touren
    - Führungen und andere museumspädagogische Angebote für Kinder
  • nutzt sein Umfeld für (Sonder-)Ausstellungen, Kulturevents und andere Veranstaltungen
  • erfüllt die Besuchererwartungen an eine zeitgemäße touristische Infrastruktur und Dienstleistung, wie
    - ganzjährige, zumindest saisonale Öffnungszeiten an mind. 5 Tagen/Woche
    - Restaurant/Cafe/Bistro vor Ort oder zumindest in unmittelbarer Nachbarschaft
    - Barrierefreiheit
    - ausreichend PKW-, Bus- und Fahrrad-Parkplätze
    - Anbindung an den ÖPNV und das Radwegenetz
    - Ausschilderung im Innen- und Außenbereich
    - Sitz-/Ruhegelegenheiten, insbesondere bei Ausstellungsbereichen im Außengelände
    - ausreichend und saubere sanitäre Anlagen
    - Besucherzentrum
    - Museumsshop

Auswahlverfahren

Ausschließlich Mitglieder des ERIH-Vereins können als Ankerpunkt anerkannt und präsentiert werden. Die Entscheidung, ob ein Standort als Ankerpunkt ausgezeichnet und besonders herausgestellt wird, trifft der ERIH Vereinsvorstand.

Entscheidungsgrundlagen sind

  • Informationen, die der Standort zur Verfügung stellt
    - Informationsmaterial (Broschüren, Flyer, Presseberichte …) über die Geschichte und die gegenwärtige Präsentation des Standortes
    - ausgefüllter „Fragebogen für Standorte“, mit dem insbesondere Angaben zur touristischen Infrastruktur und zum touristischen Angebot gemacht werden
    - eine Foto- oder Filmdokumentation (Außen- und Innenansichten) über den Rundgang eines Besuchers (was sieht und erlebt der Besucher in den einzelnen Räumen/Bereichen ...)     
  • der Bericht eines Vorstandsmitgliedes über die persönliche Besichtigung des Standortes.
    Der Bericht enthält insbesondere Aussagen zur Authentizität des Standortes sowie eine Beurteilung der Attraktivität und des Erlebniswerts der Ausstellung/Präsentation im Vergleich zu anderen Ankerpunkten. Die Besichtigung erfolgt auf Einladung des Standortes.

Ankerpunkt-Pflichten

Ankerpunkte sind die herausgehobenen Repräsentanten des ERIH-Netzwerkes. Sie werben für die industrietouristische Marke „ERIH“ und haben daher die besondere Verpflichtung, die Besucher durch ihre Angebote und Dienstleistungen nicht zu enttäuschen.

Ankerpunkte verpflichten sich,

  • im Sinne des Netzwerk-Marketings für das Netzwerk von ERIH aktiv zu werben durch
    - Aufnahme des ERIH-Logos in der Medien der eigenen Öffentlichkeitsarbeit (Bücher, Broschüren, Plakate, Flyer, Webseite ...)
    - Verlinkung der eigenen Webseite auf die ERIH-Webseite
    - Erwähnung und Bewerbung des ERIH-Netzwerkes in Vorträgen und Publikationen (Bücher, Broschüren)
  • ihre freundlichen Mitarbeiter (Counterpersonal, Führer ..) regelmäßig zu schulen, insbesondere über 
    - die eigene Geschichte und eigenen Angebote
    - andere (industrie-)touristische Ziele in der Region
    - die Arbeit und Angebote lokaler/regionaler industriegeschichtlicher Netzwerke
    - das ERIH-Netzwerk
    - ÖPNV-Verbindungen zum und vom Standort
    -  …
  • ihr Angebot (im Rahmen ihres finanziellen Leistungsvermögens) durch innovative und touristisch attraktive Konzepte zu erweitern 
  • sich für die Entwicklung von Regionalen Routen in ihrem Umfeld einzusetzen, sofern in der Region ein entsprechendes Potential vorhanden ist