ICER im Industriepark DRU

Hier geht's zur Sache: Das Innovations-Zentrum ICER macht seine Besucher zu den wichtigsten Akteuren einer virtuellen Museumsschau. In zwölf Ausstellungseinheiten durchlaufen sie alle Fertigungsstadien der Eisenindustrie – von der Idee bis zum verkaufsfähigen Produkt. Dabei geht der Blick zurück in die Zeit, als der Industriepark, in dem ICER logiert, noch der Mittelpunkt der örtlichen Eisenproduktion war. Aber auch moderne Verfahrenstechniken und Anwendungsbeispiele kommen zur Geltung. Am Ende des Rundgangs steht dann etwa die gute alte Emaillepfanne neben dem Induktionstopf von heute oder das klassische Fahrrad neben dem zeitgenössischen Hightech-Bike. Die "Eintrittskarte" zu dieser spannenden Zeitreise ist ein Gesichts-Scan, der jeden Besucher gleich zu Beginn erfasst. Mit ihm loggt man sich in eine Vielzahl interaktiver Stationen ein und lernt auf spielerische Art alte und moderne Herstellungsverfahren kennen. Zwischendurch spiegeln Kunstwerke den Einfluss der Technik auf kreative Prozesse und geben zugleich Gelegenheit, die Perspektive zu wechseln. Den praktischen Gegenpol des virtuellen Erlebnis-Parcours bieten diverse Workshops. Löten, schmieden, Keramik brennen oder einen 3D-Printer bedienen – das ICER macht's möglich. Are you ready to perform?

ICER im Industriepark DRU
Hutteweg 32
7071 BV Ulft
Gelderland
Niederlande
+31 (0) 315 - 820280
Homepage

Geschichte

Das Gebiet um den Fluss Oude IJssel gilt als Wiege der niederländischen Gusseisenindustrie. Bereits im 17. Jahrhundert verarbeiteten hier kleine wassergetriebene Hochöfen das vor Ort gewonnene Eisenerz. Der Aufschwung in Ulft begann mit dem Engagement der Unternehmer Bernard Diepenbrock und seiner Cousins Theodor und Bernard Reigers. 1811 erwarben sie die Ulfter Eisengießerei, die sie zuvor bereits als Pächter geführt hatten, und verliehen ihr den bis heute gebräuchlichen Namen Diepenbrock und Reigers Ulft (DRU). Im 18. Jahrhundert produzierte die Fabrik vor allem Herdplatten, Kanonenkugeln, Töpfe und schlichte Öfen. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts erweiterte sich das Sortiment unter anderem um Badewannen, Emaillewaren, Bleche, Maschinenteile, Autoteile und Gasherde. Der Werkskomplex wuchs derart, dass um 1900 sogar die Oude IJssel weichen musste – ihr Flussbett wurde für den Bau einer neuen Fabrik verlegt. Mitte der 1960er Jahre beschäftigte DRU rund 1500 Menschen. Erst 1999 gab die Firma den Standort auf und beendete damit zweieinhalb Jahrhunderte Industriegeschichte.

Der heutige Industriepark ist ein gelungenes Beispiel für die Umwidmung von industriellem Kulturerbe in den Niederlanden. Fast alle Gebäude werden heute wieder genutzt, darunter die Cultuurfabriek mit Theatersaal, Bibliothek, Gastronomie und einem Konzertsaal sowie eine Veranstaltungshalle, die regelmäßig Messen, Märkte, Ausstellungen, Kongresse und Freizeit-Events beherbergt. In dem Fabrikteil, der früher dem Entgraten von Werkstücken diente, bündelt das Innovationscenter ICER Angebote von Bildungseinrichtungen, Künstlern und dem niederländischen Eisenmuseum. Zugleich versteht sich ICER als Schaufenster der modernen Eisenindustrie. Ein Ausdruck dieser Symbiose aus Technik, Kultur und Kunst sind die über das ganze Freigelände verteilten Skulpturen. Eine Brücke verbindet den Industriepark mit den Grünanlagen am gegenüberliegenden Ufer der Oude IJssel, die ihrerseits den Rahmen für landesweit bekannte Musik-Festivals bilden.

Emfohlene Aufenthaltsdauer: 2 Stunden
Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: vollständig
Gastronomie:
Museumsshop: ja

ICER
Dienstag-Freitag 10.00-17.00 Uhr
Samstag, Sonntag 13.00-17.00 Uhr

Touristeninformation
Dienstag - Samstag 10.00-17.00 Uhr


DRU Cultuurfabriek
täglich 10.00-24.00 Uhr

  • Fremdsprachliche Führungen