Weltkulturerbe Rammelsberg - Museum und Besucherbergwerk

Schmale, grob ausgehauene Stollengänge. Feuchtes Gestein. Das kristallene Glitzern farbenprächtiger Minerale. Plötzlich belebt sich das scheinbar verwunschene unterirdische Reich: Wasser rauscht, ein mächtiges Schöpfrad setzt sich knarrend in Bewegung. Darüber erhebt sich – täuschend echt – das Geräusch von prasselndem Feuer und berstendem Fels. Das Museum und Besucherbergwerk Rammelsberg bei Goslar setzt 1000 Jahre Bergwerksgeschichte in Szene: von der uralten Erzabbaumethode des Feuersetzens über die abenteuerliche Expedition durch ein mittelalterliches Stollensystem bis hin zum Getöse moderner Abbau- und Fördertechnik während einer Fahrt mit der Grubenbahn. Über Tage erwartet den Besucher ein Stück Industriebaukunst: die monumentale Aufbereitungsanlage der Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer. Darin führen Kegelbrecher, Kugelmühlen und Flotationsmaschinen vor, wie aus Kupfer-, Blei- und Zinkerzen fein gemahlene Konzentrate werden. Begleitende Raum-Klang-Installationen machen den Werksalltag unmittelbar erlebbar. Das alles ist seit 1992 Weltkulturerbe – gemeinsam mit der ehemaligen Kaiser- und Reichsstadt Goslar.

Weltkulturerbe Rammelsberg - Museum und Besucherbergwerk
Bergtal 19
38640 Goslar
Niedersachsen
Deutschland
+49 (0) 5321 - 7500
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Geschichte

In Goslar steht eine berühmte Kaiserpfalz. Warum? Weil es den Rammelsberg gibt. Auf seine Kupfer- und Silberminen hatten es deutsche Monarchen im Mittelalter abgesehen. So wurde Goslar Residenzstadt und der Rammelsberg ein Bergwerk, das ziemlich genau 1000 Jahre in Betrieb war.

Etwa 968 begann die systematische Ausbeutung der örtlichen Erzvorkommen. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts verlagerte sich der Schwerpunkt der Förderung zunehmend auf Bleierze, später auch auf Zink. Um die metallhaltigen Gesteinsschichten durch Hitze spröde zu machen, setzten die Bergleute noch um 1800 in den Stollen große Fichtenholzstöße in Brand. Anschließend rückten sie dem brüchigen Felsen mit Brechstangen, Schlägel und Eisen zu Leibe. Der Arbeitstag begann gewöhnlich um sechs Uhr abends mit einer gemeinsamen Betstunde im Zechenhaus. Danach stiegen die Bergmänner in die Grube hinab, schliefen dort bis elf Uhr nachts auf einem Lager aus Heu, legten bis vier Uhr eine Zwischenschicht ein, ruhten erneut kurz aus und wurden um fünf Uhr morgens vom Steiger zur Frühschicht geweckt. Eine große Entlastung bedeutete die Einführung von Wasserrädern als Antriebsquelle für Pumpen und Erzförderung. So gilt der mittlerweile wieder begehbare Roeder-Stollen als Meisterleistung der Ingenieurskunst des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Mit ihm beginnt am Rammelsberg der industrielle Bergbau. Der Einsatz der Dampfkraft und die Entdeckung einer neuen Erzlagerstätte lassen den Bergwerksbetrieb im ausgehenden 19. Jahrhundert deutlich anwachsen. Einen letzten Entwicklungsschub markiert das seit 1936 angewandte Flotationsverfahren zur Trennung der Erze in Kupfer-, Blei- und Zinkkonzentrate. Die dazu erforderliche Aufbereitungsanlage errichteten die Architekten Schupp und Kremmer in der Rekordzeit von nur einem Jahr.

1988 waren die Erzvorräte erschöpft, der Rammelsberg schloss seine Pforten. Den Besuchern des Museums und Besucherbergwerks stehen sie heute wieder weit offen.

Empfohlene Aufenthaltsdauer: 6 Stunden
Dauer einer geführten Tour: 60 Minuten
Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: bitte Hinweise auf Webseite beachten
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt: ja
Museumsshop: ja

Mitte März bis Oktober:
täglich 09.00-18.00 Uhr, letzte Führung 16.30 Uhr

November bis Mitte März:
täglich 09.00-17.00 Uhr, letzte Führung 15.50 Uhr

  • Führungen möglich
  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder