Welterbe Bergbau-Park von Almadén

Die "Sixtinische Kapelle" des Bergbaus liegt 50 Meter unter der Erde von Almadén. Gemeint ist der Schacht von San Andrés. Den erreichen Besucher, indem sie in die ehemalige Zinnobergrube des Ortes einfahren. Dort unten führen sie jahrhundertealte Stollen zu einem gewaltigen, 13 Meter hoher Kuppelsaal, in dessen Mitte sich die Rekonstruktion eines riesenhaften hölzernen Göpelwerks erhebt. Diese Konstruktion beförderte einst den abgebauten Zinnober an die Oberfläche, um daraus Quecksilber zu gewinnen. Wie die Weiterverarbeitung funktionierte? Auch das erfahren die Besucher, wenn sie mit einer Grubenbahn die restaurierten Anlagen des Bergbau-Parks über Tage besichtigen: die Öfen, in denen das Quecksilber extrahiert wurde und die durch eine Mauer gesichert waren – schließlich war Quecksilber kostbar; das prächtige <//span>Tor Karls IV., durch das die Packpferdekarawanen und Ochsenkarren nach Sevilla zogen; das Bergbaumuseum, das die ehemalige Kompressorenhalle in ein audio-visuelles Panoptikum historischer Fördermethoden verwandelt; und das Quecksilber-Museum, das in einem Lagerhaus anno 1941 untergebracht ist und mithilfe von interaktiven Experimenten die wissenschaftliche Bedeutung von Quecksilber erläutert. Sogar das ehemalige Bergarbeiterhospital von 1752 ist teilweise zum Museum ausgebaut und beherbergt zudem das Archiv der Erzgrube.

Welterbe Bergbau-Park von Almadén
Parque Minero de Almadén
Cerco San Teodoro
13400 Almaden (Cuidad Real)
Spanien
+34 (0) 926 - 265000
Homepage

Geschichte

Almadén kommt aus dem Arabischen und heißt "die Mineralien". Einen treffenderen Namen könnte der Ort nicht führen. Mehr als zwei Jahrtausende lang bildete die Stadt eines der europäischen Zentren für Zinnober. Das Mineral spielte als Zinnoberrot in der Malerei eine Rolle, war aber vor allem wegen seines Quecksilbergehalts wichtig. Bereits im 12. Jahrhundert unterhielten die maurischen Herrscher Spaniens in der Gegend ein 450 Meter tiefes Bergwerk mit mehr als 1.000 Arbeitern.

Noch größere Bedeutung erlangte das Bergwerk im 16. Jahrhundert. Das hatte mit den Gold- und Silberfunden in der gerade entdeckten Neuen Welt zu tun. Denn Quecksilber bindet andere Metalle und hilft so, selbst kleinste Gold- und Silberflitter aus abgebautem Gestein herauszufiltern. Den Gewinn aus dem lukrativen Quecksilberhandel strich die bekannte Bank- und Handelsdynastie Fugger aus Augsburg ein – ihr gehörte zu jener Zeit die Erzgrube in Almadén. Später ging die Mine in den Besitz des spanischen Königshauses über. Für die Bergleute änderte sich dadurch nichts. Sie, die regelmäßig mit dem hochgiftigen Quecksilber in Verbindung kamen, bezahlten ihre Arbeit oft mit dem Leben. Viele von ihnen hatten jedoch keine Wahl, zumindest im 16. und 17. Jahrhundert: Damals schufteten hier vor allem Sträflinge – so genannte forzados – und auch Sklaven aus Nordafrika.

Nach einem Brand 1755 kam die Bergbautätigkeit zeitweilig zum Erliegen und lebte erst rund 20 Jahre später wieder auf, als vor Ort eine Bergwerksschule eingerichtet wurde. Seit 1835 sorgten regelmäßige Quecksilberversteigerungen in London für einen weiteren Aufschwung. Dahinter verbarg sich einmal mehr eine einflussreiche Bankiersfamilie: die unter anderem auf den Handel mit Edelmetallen spezialisierten Rothschilds. Erst 2003 stellte die Erzmine ihren Betrieb ein, gleich anschließend begann die Umwandlung in ein Museumsbergwerk. Seit 2012 steht Almadén gemeinsam mit dem slowenischen Bergwerk Idrija auf der Liste des UNESCO-Welterbes.

Empfohlene Aufenthaltsdauer: 2,5 - 4 Stunden
Dauer einer geführten Tour: 150 Minuten
Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: bitte Hinweise auf Webseite beachten
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt: ja
Museumsshop: ja

Mai bis September:
Dienstag - Sonntag 10.00-14.00 Uhr und 16.30-19.30 Uhr
Oktober bis April:
Dienstag - Sonntag 10.00-14.00 Uhr und 15.30-18.30 Uhr

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  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder