Wasserkraft-Museum

Wie wird aus einem Tropfen Wasser elektrische Energie? Die hohen, lichtdurchfluteten Hallen des historischen Wasserkraft-Museums in Cedegolo geben darauf Antworten, die alle Sinne in Anspruch nehmen. Den Anfang macht der Raum der Sphären: Eine doppelte, auf Halbkugeln projizierte Videoinstallation verfolgt die Reise eines Wassertropfens durch Wolken, Stürme und Regen bis zu seiner Auflösung in Bächen und Flüssen. Weiter geht's mit einer geschwungenen Wand, die das Motiv von Deichen und Dämmen aufnimmt. Sie erzählt – wiederum mithilfe von Filmen und Projektionen - die Geschichte großer Ingenieursbauten wie Talsperren, Kanälen und Wasserwerken. In einer passierbaren Druckrohrleitung wird der Besucher selbst zum Wassertropfen, umgeben vom lauten Rauschen herabstürzender Wassermassen. Am Ende des Rohrs sieht er sich zwei massigen Generatoren anno 1903 gegenüber. Dank transparenter Videoleinwände und animierter Zeichnungen kann er in die Maschinen hineingucken und dabei zusehen, wie aus einem Wasserstrom elektrischer Strom wird. Am Schluss des Rundgangs steht der "Baum der Elektrizität", gebildet aus historischen Strommasten unter einem strahlenden Funken. Wer danach noch Fragen hat, findet an den multimedialen Tischen der "Elektro-Bar" reichlich Anschauungsmaterial zum Thema.

Wasserkraft-Museum
Museo dell'energia idroelettrica
Via Roma 48
25051 Cedegolo
Italien
+39 (0) 364 - 61196
Homepage

Geschichte

Hier wird Technologie gefeiert. Vor allem die ehemalige Maschinenhalle mit ihren hohen Fensterbahnen zieht schon von weitem die Blicke auf sich. Erst bei näherem Hinsehen kommen die Schmuckprofile und -gesimse zur Geltung, die der ansonsten geradlinigen Architektur ihren festlichen Charakter verleihen. Schöpfer dieser ungewöhnlichen Mischung aus moderner und klassizistischer Formensprache war der Architekt Egidio Dabbeni. Monumentalität und repräsentativer Anspruch seiner Bauweise erinnern an Peter Behrens und andere führende Industrie-Architekten des beginnenden 20. Jahrhunderts.

Das Wasserwerk in Cedegolo entstand 1909/10 im Auftrag des regionalen Stromerzeugers Società Elettrica Bresciana (SEB), der hier seine Zentrale einrichtete. Der Standort nutzt das Wassergefälle des Oglio im mittleren Valcamonica. Das Werk war bis 1962 in Betrieb, danach diente es als Lager für die übrigen Wasserkraftanlagen des Tals. Die Umnutzung bedeutete zugleich den Verlust des maschinellen Inventars. Die Generatoren, die das Museum heute zeigt, sind daher nicht die Originale, kommen diesen aber sehr nahe: Es handelt sich um die gleichen Modelle und Fabrikate, die obendrein aus benachbarten Kraftwerken stammen und damit für die Region typisch sind.

Cedegolo ist heute eines der bedeutendsten Beispiele für Wasserkraftwerke des frühen 20. Jahrhunderts in Norditalien. Die sorgfältige Restaurierung hat die originale Bausubstanz vollumfänglich berücksichtigt und erhalten. Besucher erhalten durch die multimediale Ausstattung des Museums einen umfassenden Einblick in die Funktionsweise eines Wasserkraftwerks und die besonderen Umstände der Energiegewinnung im norditalienischen Alpenraum. Der übergeordnete Museumsverband "Musil" (Museum of Industry and Labour) verbindet den Standort mit dem Museum in Rodengo Saiano, das eine umfangreiche Industriemaschinensammlung präsentiert, sowie mit dem Eisenmuseum und der zukünftigen Musil-Zentrale in Brescia.

Empfohlene Aufenthaltsdauer: 1 Stunden
Dauer einer geführten Tour: 90 Minuten
Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: vollständig
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Museumsshop: ja

April bis Juni und September bis November:
Freitag - Sonntag 14.00-18.00 Uhr
Juli, August:
Donnerstag - Sonntag 14.00-19.00 Uhr

  • Führungen möglich
  • Fremdsprachliche Führungen