Nationales Bergbaumuseum

Fast 150 Jahre, von 1824 bis 1964, gruben Bergleute in Rumelange um den „Roches Rouges“, den Roten Felsen, nach Eisenerz. Die Ausbeutung von Mensch und Rohstoffen war gewaltig. In 12-Stunden-Schichten schufteten 70 bis 90 Bergmänner ohne Sicherheitsvorkehrungen, ohne Sozialleistungen in Nässe und Dunkelheit in der im Volksmund „Mausefalle“ genannten Grube Walert. 3,9 Millionen Tonnen Eisenerz förderten die Luxemburger Erzgruben 1895. 1913 waren es schon 7,3 Millionen. Die Grubenbesitzer und Hüttenherren zogen daraus ihren Gewinn, die Arbeiter stets den Kürzeren. Darum kämpften und streikten sie, oft genug vergebens, für ihre Rechte. Dann war alles aus, und es war an der Zeit, anderen von dieser Arbeit zu erzählen. 1973 gründeten das Großherzogtum Luxemburg und die Gemeinde Rumelange das Nationale Eisenerzbergbaumuseum von Luxemburg, wobei dessen Gestaltung in den Händen ehemaliger Bergmänner lag.

Was die Männer einst bewegt hatten, ruht nun still und starr als Gesteinsbrocken in dem zum Ausstellungsraum umgerüsteten Lokschuppen umgeben von Loren mit und ohne Gestein, auf Schienen oder aufgebockt auf Steinsäulen. Allerlei Gerät, mit dem man das Eisenerz aus dem Berg schlug, Fotos von den Bergleuten bei der Arbeit ergänzen die Sammlung. Doch hier gibt es auch etwas zum Erleben. Schutzhelm auf, auf die Lok und schon geht auf 20-minütiger Fahrt 580 Meter tief in den Stollen hinein. Ein Netz von Schienen durchzieht Haupt- und Nebenstollen. Direkt vor Ort in der 90 Meter Untertage liegenden Kirchbergkammer erklären ehemalige Bergleute, mit welchem Gerät man hier bei immer gleichen 10 Grad Temperatur das Eisenerz schlug.

Nicht nur das Museum, sondern auch die Umgebung um die Grube Walert betreuen die ehemaligen Bergmänner. Grün schlägt aus den geschundenen Erzadern aus. Jetzt heilt der Mensch, was er zuvor verletzte. Zwei Rundgänge führen den Besucher zu Kalkstein und Eisenerz, das in Steinbrüchen gebrochen, für das Zubereiten des Gusseisens gebraucht wurde.

Nationales Bergbaumuseum
Musée National des Mines de Fer Luxembourgeoises
Carreau de la Mine Walert
3714 Rumelange
Luxemburg
+352 (0) 56 - 5688
Homepage

Geschichte

Empfohlene Aufenthaltsdauer: 1,5 Stunden
Dauer einer geführten Tour: 90 Minuten
Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: vollständig
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt: ja
Museumsshop: ja

April bis Juni, September:
Donnerstag - Sonntag 14.00-18.00 Uhr

Juli, August:
Dienstag - Sonntag 14.00-18.00 Uhr

  • Führungen möglich
  • Fremdsprachliche Führungen