National Waterfront Museum

Große kinetische Skulpturen in fortwährender Bewegung. Leinwände und Bildschirme mit interaktiven Filmsequenzen, Grafiken und Lichtbild-Projektionen. Eine multimediale Schauwand, die den Herstellungsprozeß von feuerfesten Ziegeln, Eisen und Stahl veranschaulicht. Schon der erste Eindruck macht unmißverständlich klar: Das brandneue National Waterfront Museum im walisischen Swansea setzt auf modernste Computertechnologie. Es geht um Wales und darum, seine einzigartige und komplexe Industriegeschichte so spannend und aktuell wie möglich zu erzählen. Das Tolle daran: Es funktioniert! Denn der eigentliche Akteur ist der Besucher selbst. Er stürzt unverhofft in Armut, wird ausgebeutet, riskiert als Bergmann seine Gesundheit und schwelgt kurz darauf im märchenhafte Reichtum eines Industriemagnaten – virtuell, versteht sich. Er geht durch Krach und Schmutz, erlebt Unterdrückung und Arbeiteraufstände und blickt zugleich hinter die Kulissen der Hochfinanz. Am Ende ergibt sich daraus ein vielschichtiges und doch erstaunlich scharfes Bild. Es zeigt, wie aus dem einstigen Motor der industriellen Revolution das Wales von heute geworden ist.

National Waterfront Museum
Oystermouth Road
SA1 3RD Swansea
Vereinigtes Königreich
+44 (0) 2920 - 573600
Homepage

Geschichte

Überseehäfen, Steinkohle, Menschen: Das war das Potential, aus dem Wales reichlich schöpfen konnte. Heute gilt das britische Fürstentum als erste Industrienation der Welt. Aber was genau stützt eigentlich diese Behauptung? Solche und ähnliche Fragen stellt das National Waterfront Museum in Swansea. Die frisch gekürte Kultureinrichtung scheut keine Mittel, um Ursache und Wirkung der walisischen Industriegeschichte zu beleuchten. Schon die äußere Erscheinung des Museums ist programmatisch: ein historisches Lagerhaus, verbunden mit einem Neubau in modernstem Design. Hier schwerelose Architektur aus Glas, Stahl und walisischem Schiefer, dort die roten Ziegelwände der frühen Industrialisierung. Die gelungene Verbindung aus Vergangenheit und Gegenwart setzt sich im Innern fort. Insgesamt 15 Ausstellungsbereiche stellen die walisische Industriekultur jeweils unter ein bestimmtes Oberthema. Zugleich sorgen audiovisuelle Präsentationen und interaktive Computerprogramme für die zeitgemäße Vermittlung der Inhalte. Dabei geht das Museum ganz unterschiedliche, der jeweiligen Situation angepaßte Wege. Um etwa herauszufinden, warum Wales als erste Industrienation bezeichnet wird, kann der Besucher einen virtuellen Blick in Wohnhäuser, Fabriken und Krankenhäuser der damaligen Zeit werfen und öffentliche Dokumente einsehen. Dazu braucht er weder staubige Akten zu wälzen noch anderweitig lange zu suchen - ein paar Mouseklicks und die nötige Portion Neugier genügen. Dasselbe beim Thema Kohle: Auch hier stehen dem Besucher hochwertige interaktive Medien zur Verfügung, um Entstehung und Abbaumethoden des schwarzen Goldes zu erforschen. Zudem kann er über eine Großbildleinwand die komplizierten Verflechtungen des weltweiten Rohstoffhandels nachverfolgen. Auf diese Weise wird der Museumsrundgang zum aufregenden Erlebnisparcours mit immer neuen Aufgaben und Herausforderungen. Das ist wie ein Spiel. Tatsächlich ist es gelebte Geschichte.

Eintritt: frei
Barrierefreier Zugang: vollständig
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt: ja
Museumsshop: ja

täglich 10.00-17.00 Uhr

  • Führungen möglich