Dänisches Eisenbahnmuseum

Im Jahr 1840 war Bahn fahren noch so neu, dass es gar keine Wörter dafür gab. Da hieß der Bahnsteig noch Balkonvorsprung, der Zug Wagenreihe und die Lok war der Dampfdrachen. So jedenfalls beschrieb es der berühmte dänische Dichter Hans Christian Andersen. In Odense, seinem Geburtsort, erweckt das Dänische Eisenbahnmuseum die abenteuerliche Pionierzeit der Schienenfahrzeuge wieder zum Leben. Gleich dutzendweise stehen dort historische Lokomotiven und Waggons in einem riesigen Lokschuppen - von der ältesten erhaltenen Lokomotive Dänemarks anno 1869 bis zur rundnasigen MY-Diesellok von 1956, vom königlichen Salonwagen bis zum orangen Rangiertraktor aus der danischen Krimikomödie "Die Olsenbande". Das Beste daran: Besucher dürfen fast überall einsteigen und in alle Rollen schlüpfen. Wie reiste es sich zum Beispiel auf den Holzbänken der 3. Klasse? Und wie fühlt es sich an, im Führerstand einer schweren Dampflok zu stehen? Einen umfassenden Überblick bietet die Galerie des Lokschuppens, die viel über die dänische Eisenbahngeschichte zu erzählen hat. Währenddessen können sich die Kleinen im komplett ausgestatteten Kinderbahnhof austoben. Ein besonderes Highlight sind die Nostalgiefahrten in historischen Zügen zu verschiedenen Zielen in ganz Dänemark.

Dänisches Eisenbahnmuseum
Danmarks Jernbanemuseum
Dannebrogsgade 24
5000 Odense
Dänemark
+45 (0) 66 - 136630
Homepage

Geschichte

Das Museum der Dänischen Staatsbahnen (DSB) hat eine mehr als 100-jährige Geschichte. Bereits vor 1900 begannen DSB-Mitarbeiter mit der Sammlung historischer Objekte. 1907 folgten erste konkrete Vorschläge für einen Museumsraum im neuen Kopenhagener Hauptbahnhof, der damals noch im Bau war. Die erste größere Ausstellung fand in einem ehemaligen Eilgutspeicher Platz. Gezeigt wurden neben Fotografien vor allem Modelle von Fähren und Schiffen, Maschinenteilen und Signalgeräten. Die Jahrzehnte ab 1928 verbrachte die Museumssammlung unter großem Platzmangel am Kopenhagener Hauptsitz der DSB. Zeitgleich entstanden in mehreren leeren Lokschuppen Depots historischer Loks und Waggons. 1954 umfasste der Fundus unter anderem zwei alte englische Lokomotiven, eine deutsche Güterzuglok (G 78) von 1875 und eine Lok der Baureihe P (P 125), 1882 in Deutschland gebaut. Auch zwei Königswagen und ein zweistöckiger Personenwagen anno 1900 gehörten zum Bestand und sind bis heute Teil der Sammlung. Die erlebte ihren größten Zuwachs, als in der Nachkriegszeit überall die Dampfloks ausrangiert wurden. Später kamen noch Dieselloks, Triebwagen und S-Bahn-Züge hinzu.

1965 kam der Gedanke auf, den großen Rundlokschuppen gleich neben dem Bahnhof von Odense auf der Insel Fünen zu übernehmen. Damals feierte die fünische Eisenbahn gerade ihr 100-jähriges Jubiläum. Dennoch sollte es noch bis 1988 dauern, bevor das Museum nach einer größeren Modernisierung des Lokschuppens neu eröffnet werden konnte. Die heutige Ausstellungsfläche umfasst 6.000 Quadratmeter, zu denen neben den insgesamt 19 Gleisen mit historischen Schienenfahrzeugen auch eine Galerie gehören. Eine Forschungsabteilung zur Kulturgeschichte der Eisenbahnen ergänzt die museale Erlebniswelt. Die Forschungsergebnisse sind zum Teil in eine App eingeflossen, die Bahnreisenden in Dänemark Wissenswertes zu Gebäuden und eisenbahngeschichtlichen Spuren bietet. Um solche Hintergrundinformationen geht es auch auf den Nostalgiefahrten, die oft in Kooperation mit einem Museum am Zielort entstehen.

Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: bitte Hinweise auf Webseite beachten
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Museumsshop: ja

täglich 10.00-16.00 Uhr