Braunkohle Tagebau Welzow-Süd

Die Abraumförderbrücke F 60 leistet gigantische Arbeit. Auf der einen Seite des Tagebaus trägt sie den Abraum ab und transportiert ihn dann quer über die offene Grube auf die andere Seite zum Verkippen. Mit ihren drei riesigen Eimerkettenbaggern und der mehr als 600 Meter langen Bandbrücke ist sie die größte bewegliche technische Anlage der Welt. Wo ihr Abtragsvermögen nicht ausreicht, arbeiten sich zwei weitere gewaltige Bagger durch die mächtigen Bodenschichten. Fünf kleinere Bagger wiederum fördern unter der Abraumförderbrücke das 2. Lausitzer Braunkohleflöz, 90 bis 130 Meter tief unter der Erde. Wer das reibungslose Zusammenwirken dieses gigantischen Maschinenparks einmal hautnah miterleben möchte, kann dies während einer fachkundigen Besucherführung in dem aktiven Tagebau Welzow-Süd tun. Dabei erfährt man zum Beispiel, dass für die Förderung von einer Tonne Kohle eine Menge von rund 7 Kubikmetern Abraum bewegt und ebensoviel Grundwasser gehoben werden muss.

 

Die Ausbeutung der Braunkohlevorräte hat in Welzow Tradition. Bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts gab es die ersten kleineren Gruben und Schächte, die sich bis 1990 zu riesigen Abbaugebieten erweitert haben. Die Geschichte des Tagebaus Welzow-Süd begann 1959 mit umfangreichen Entwässerungsarbeiten. Sieben Jahre später lieferte der Tagebau die erste Rohkohle. Heute fördert der Betreiber Vattenfall hier bis zu 90.000 Tonnen Braunkohle täglich. Hauptabnehmer sind das Kraftwerk und die Brikettfabrik am benachbarten Industriestandort Schwarze Pumpe. Die abgebaggerten Deckschichten finden Verwendung bei der Rekultivierung des Tagebaus und der Gestaltung neuer Landschaften. So gibt die Internationale Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land derzeit den Anstoß für ein Projekt, das auf einer etwa 500 Hektar großen Fläche bis zum Jahr 2030 ein vollständig neues Landschaftsbild modelliert. Künstlich geschaffene Einschnitte, Täler und Höhenzüge sollen unter anderem vielfältige Möglichkeiten für Wander- und Radtouren bieten. Die Umsetzung dieser Pläne liegt in den Händen von Vattenfall. Ganz unabhängig davon entsteht etwas weiter östlich ein Areal mit nachwachsenden Rohstoffen. Diese „Energielandschaft Welzow“ entwickelt neue Landnutzungsformen zur Produktion von Biomasse. In so genannten Energiewäldern und Agroforstsystemen werden Pflanzen angebaut, die Biomassekraftwerke anschließend in Strom und Wärme umwandeln.

Braunkohle Tagebau Welzow-Süd
Führungen / Guided Tours: Vattenfall Europe Mining AG Vom-Stein-Straße 39 03050 Cottbus Fon: +49 (0) 35646 - 95142 Aussichtspunkt Steinitz:
Domsdorfer Weg
03116 Welzow
Deutschland
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