Black Country Living Museum

Einfacher geht es kaum, in die Vergangenheit zu reisen. Besucher brauchen nur die Straßenbahn zu besteigen und in die Stadt zu fahren. Dort sehen sie bei einem Schaufensterbummel den Kindern zu, wie sie mit der Peitsche ihre Tanzkreisel antreiben. Wer mehr über das Warenangebot der historischen Geschäfte wissen will, sucht einfach das Gespräch mit den Ladenbesitzern. Lust auf Kino? Bestimmt gibt es gerade eine Filmvorführung. Ein traditioneller Rummelplatz lockt die Kinder mit einem Rutschturm zum Heruntersausen. Oder wie wär’s mit einer kleinen Pause am Kanalufer, um dort bei einer Tüte Pommes Frites erstaunt festzustellen, wie real sich diese Welt der Vergangenheit anfühlt. Das gilt auch für die Schweine im Hinterhof eines Häuschens, das wegen des darunter liegenden Bergwerks langsam im Boden versinkt.

Das Black Country Living Museum versetzt Besucher mühelos in die Zeit des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts, als Kohlebergwerke und die Schlote der Industrialisierung diesen Landstrich schwarz färbten. Alle Gebäude des Freilichtmuseums sind original erhalten und wurden hierher versetzt, um sie so vor dem Abriss zu bewahren. Kostümierte Museumsmitarbeiter füllen das Black Country von einst wieder mit Leben und machen ihre Gäste zu einem Teil des Geschehens.

Black Country Living Museum
Tipton Road
DY1 4SQ Dudley
West Midlands
Vereinigtes Königreich
+44 (0) 121 - 5579643
Homepage

Geschichte

Es war in den 1830er Jahren, als die Schwerindustrie das Gebiet nördlich und westlich von Birmingham eroberte. Schon zuvor hatten große, zum Teil oberflächennahe Kohlevorkommen das „Schwarze Land“ bekannt gemacht. Jetzt gesellten sich zu den zahlreichen Bergwerken auch noch Eisenhütten, Gießereien und Kokereien. 1862 beschrieb Elihu Burritt, der amerikanische Konsul in Birmingham, die Region als “schwarz bei Tag und rot glühend in der Nacht“. Auch andere Autoren, von Dickens bis Shenstone, sprechen von den Auswirkungen der allgegenwärtigen Industriebetriebe auf das Land und die Menschen. Der erste industrielle Ballungsraum der Welt war geboren.

Mittlerweile sind die großen Industrieanlagen von einst weitgehend verschwunden. Nur im preisgekrönten Black Country Living Museum ist man noch mitten im Viktorianischen Zeitalter. Dutzende von Museumsmitarbeitern halten dort als Handwerker, Einzelhändler, Kinovorführer, Polizisten und ganze Familien die Erinnerung an das industrielle Erbe wach, indem sie das Leben zur Zeit der rauchenden Schlote nachspielen. Niemand würde vermuten, dass die heute quicklebendige Museumsstadt an einem völlig verlassenen Ort entstand. Die Idee zu einem Freilichtmuseum hatte ein privater Kreis von Enthusiasten schon in den 1950er Jahren. 1966 rief der Stadtrat eine Museumsabteilung ins Leben, die Objekte zur Geschichte des Black Country sammelte und die Museumspläne vorantrieb. Zehn Jahre später fiel die Entscheidung, auf einer Industriebrache mit alten Bergwerksschächten und einer Kläranlage ein lebensfähiges Freilichtmuseum aufzubauen. Seit 1980 fährt eine Straßenbahn zu dem Gelände und 1985 verzeichnete das Museum bereits 250.000 Besucher jährlich. Auf einer Fläche von mehr als 26 Hektar tauchen sie tief in die Vergangenheit ein, kommen mit rund 80.000 historischen Objekten in Berührung und flanieren unter anderem über die jüngste Museumserweiterung: die 2010 komplett hierher verlegte Old Birmingham Road, Dudleys Hauptstraße der 1930er Jahre.

Empfohlene Aufenthaltsdauer: 4 Stunden
Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: bitte Hinweise auf Webseite beachten
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt: ja
Museumsshop: ja

März bis Oktober:
täglich 10.00-17.00 Uhr

November bis Februar:
Mittwoch - Sonntag 10.00-16.00 Uhr

  • Führungen möglich