Asturisches Eisenbahnmuseum

Welcher Ingenieur hat diese Lok entworfen? Welche Arbeiter haben sie gebaut? Wer war der Lokführer, der auf ihr Dienst tat? Und welche Passagiere und Waren sind mit ihr gereist? Es sind diese Fragen, die das Asturische Eisenbahnmuseum so spannend machen. Jedes der 140 historischen Schienenfahrzeuge – darunter 16 Dampflokomotiven, von denen einige sogar noch funktionstüchtig sind – erhält so seine ganz persönliche Geschichte. Zu Hause ist dieses Museum im ehemaligen Nordbahnhof von Gijón gleich neben dem zentralen Stadtstrand Playa de Poniente. Mehr als 14.000 Quadratmeter umfasst die Ausstellungsfläche, zu der neben dem ursprünglichen Stationsgebäude anno 1872-73 auch noch zwei Neubauten und das Rangiergelände gehören. In den Sommermonaten ist dort einiges los. Da können Besucher an den sogenannten Dampftagen in historische Züge steigen und sich, wenn auch nur für kurze Zeit, so fühlen wie die Menschen vor fast 150 Jahren. Tatsächlich hat die Eisenbahn das Leben in Asturien vollkommen umgekrempelt und aus Gijón die Stadt gemacht, die sie heute ist. Das Museum mit seinen mehr als 1.000 Ausstellungsobjekten erzählt diese Geschichte, als wäre sie eben erst passiert.

Asturisches Eisenbahnmuseum
Museo del Ferrocarril de Asturias
Plaza Estación del Norte s/n
33212 Gijón
Spanien
+34 (0) 985 - 181777
Homepage

Geschichte

Als der Bahnhof "Estación del Norte" 1872-73 im Norden von Gijón entstand, war dort nicht viel los. Doch das blieb nicht lange so. Innerhalb kürzester Zeit verwandelte sich die bis dahin ruhige und ländliche Umgebung von El Natahoyo in eines der größten Arbeiterviertel der Stadt. Auf einem relativ kleinen Areal, eingezwängt zwischen Bahngleisen und Meer, ließen sich zahlreiche Industrie- und Gewerbetriebe nieder, darunter einige der ehemals bedeutendsten spanischen Werften. Denn die Eisenbahn verschaffte den Kohlerevieren Asturiens Zugang zum Meer und kurbelte auf diese Weise kräftig den Export an. Dass Gijòn heute das wirtschaftliche Zentrum der Region ist, hat viel mit dem Zeitalter der Eisenbahn zu tun.

Entsprechend legt das Museum seinen Schwerpunkt auf die Rolle, die die Eisenbahn im Kontext der Sozial-, Technik- und Wirtschaftsgeschichte der Industrieregion Asturien gespielt hat. Die Einweihung nahm im Oktober 1998 der damalige Prinz und heutige König Philipp VI. vor, nachdem der Bahnhof, in dem die Ausstellung logiert, seinen Betrieb 1990 nach mehr als 100 Jahren eingestellt hatte. Das Museumsareal umfasst die ehemaligen Bahnsteige samt zugehörigen Gleisanlagen, einen Neubau für die Dauerausstellung, eine Restaurierungswerkstatt und ein Lagerhaus. Es bewahrt die Erinnerung an eines der dichtesten Eisenbahnnetze in Spanien und präsentiert Dampf-, Diesel- und Elektroloks sowie Waggons mit acht unterschiedlichen Spurbreiten. Diese Vielzahl der Schienensysteme erklärt sich unter anderem aus dem Einsatz vieler Loks in Zechen und sonstigen Industrieanlagen der Region. Die Zugmaschinen stammen aus Frankreich, Deutschland und aus Spanien selbst. Auch ein Dampfkran anno 1890 gehört zu den Exponaten – er gilt als ältestes noch funktionstüchtiges Fahrzeug im ganzen Land. Eine umfangreiche Sammlung an Fotografien, Büchern, Karten und sonstigen Dokumenten ergänzt das Angebot. Alles gemeinsam zeigt auf anschauliche Weise, wie grundlegend der Bau der Eisenbahn das Gesicht Asturiens und Gijóns verändert hat.

Empfohlene Aufenthaltsdauer: 2 Stunden
Dauer einer geführten Tour: 60 Minuten
Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: vollständig
Angebote für Kinder:
Museumsshop: ja

April bis September:
Dienstag - Sonntag 10.00-19.00 Uhr
Oktober bis März:
Dienstag - Sonntag 09.30-18.30 Uhr

  • Führungen möglich
  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder