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Regionale Route Schlesien | Polen

In der Woiwodschaft Schlesien befinden sich die meisten historischen Industrieobjekte Polens. Ihre Einzigartigkeit und Authentizität machen sie zum regelrechten Reichtum der Region, da sie deren Besonderheit und kulturelle Identität bestimmen und einen integralen Bestandteil des europäischen Kulturerbes ... mehr

Woiwodschaft Schlesien

In der Woiwodschaft Schlesien befinden sich die meisten historischen Industrieobjekte Polens. Ihre Einzigartigkeit und Authentizität machen sie zum regelrechten Reichtum der Region, da sie deren Besonderheit und kulturelle Identität bestimmen und einen integralen Bestandteil des europäischen Kulturerbes darstellen.

Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts führte die Industrialisierung Europas auch in Schlesien zu einschneidenden wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Veränderungen. Schlesien entwickelte sich von einer Peripherieregion zu einem der führenden Industriezentren Europas. Eine wichtige Etappe in der industriellen Entwicklung war die Verlegung des schlesischen Oberbergamtes nach Wrocław (Breslau) und dessen Leitung durch Graf von Reden. Seiner Tätigkeit hat Oberschlesien neue Technologien, Maschinen und hochqualifizierte Arbeitskräfte zu verdanken. Das rohstoffreiche Gebiet Schlesiens wurde mit Zechen, Halden, Hüttenanlagen und Verkehrswegen überzogen, Arbeitersiedlungen und neue Städte entstanden.

Zu den schlesischen Industriemagnaten kann man insbesondere die Adelsfamilien Henckel von Donnersmarck, Ballestrem, Schaffgotsch, Hochberg und Hohenlohe zählen. Die erfolgreichsten Industriellen bürgerlicher Herkunft waren in der Zinkindustrie tätig, wie der „Zinkköning" Karl Godulla oder Franz von Winckler, der zur Gründung der Stadt Katowice (Kattowitz) beigetragen hat.

Der von Anfang an führende Industriezweig war der Bergbau, wobei der Erzabbau bereits im Mittelalter begann. Der Steinkohlenbergbau lieferte den Brennstoff für andere Industriezweige. An zweiter Stelle stand das Hüttenwesen. Zu seiner Entwicklung trug der Bau des ersten mit Koks betriebenen Hochofens 1796 in der königlichen Eisengießerei in Gliwice (Gleitwitz) bei. Das nächste Hüttenwerk, das vom preußischen König errichtet wurde, war die "Königshütte" in Chorzów (Königshütte). Private Eisenhütten folgten den staatlichen Gründungen, regelmäßig in der Nachbarschaft von Kohlengruben gelegen. Das Hüttenwesen in Schlesien, das immer stark mit dem Bergbau verbunden war, hatte im 20. Jahrhundert hinsichtlich seiner technologischen Entwicklung eine europaweit führende Position.

Die Industrialisierung erzwang den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur zum Transport der Rohstoffe und Produkte. Die wichtigste Investition war der Bau des Klodnitzkanals (1792), der die Steinkohlenbergwerke in Zabrze (Hindenburg) mit der königlichen Eisengießerei in Gliwice (Gleiwitz) und über die Oder mit anderen Teilen des preußischen Staates verband. Befördert wurde die Industrialisierung auch durch den zügigen Ausbau der Eisenbahn. 1846 wurde die Eisenbahnstrecke Mysłowice -Wrocław (Myslowitz-Breslau) in Betrieb genommen, 1855 Bohumín-Oświęcim (Oderberg-Auschwitz), und 1859 entstand die Zweigbahn der Warschau-Wiener Eisenbahn.

Im österreichischen Teil Schlesiens entwickelte sich Bielsko (Bielitz) zu einem Zentrum der Textilindustrie. Auch in den Städten Częstochowa (Tschenstochau) und Sosnowiec (Sosnowitz), die damals zum Russischen Reich gehörten, entstanden im 19. Jahrhundert zahlreiche Spinnereien, Webereien und Färbereien.

In Schlesien gibt es zudem eine große Zahl von Denkmälern der Lebensmittelindustrie, von denen Brauereien die stärkste Gruppe bilden. Auf dem Lande bilden die „kleinen" Industriedenkmäler wie Mühlen, Schmieden und Speicher eine eigene Gruppe. Zu ihnen gehört auch die ab 1881 im Ort Złoty Potok (Kreis Tschenstochau) von Edward Raczyński am Wiercica-Fluß betriebene europaweit erste Tieflandforellenzucht.

Die Industriekonzentration im 19. Jahrhundert und auch die Richtlinien der polnischen Wirtschaft nach 1945 trugen dazu bei, dass viele historische Industriebetriebe Schlesiens noch Ende des 20. Jahrhunderts im Betrieb waren und alte Maschinen, Einrichtungen und vollständige Produktionslinien nutzten. Die in den Neunzigerjahren begonnene Anpassung der Wirtschaft an die Bedingungen des freien Marktes führte dazu, dass viele Betriebe aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr wettbewerbsfähig waren.

Die Verwaltung der Woiwodschaft Schlesien erkannte jedoch ihre Bedeutung für die Geschichte und für die Region. Sie realisierte ein Projekt, das darin bestand, ein Netzwerk der historisch und architektonisch interessantesten mit der Kultur des Industriezeitalters verbundenen Objekte aufzubauen. So entstand die Route der Technikdenkmäler der Woiwodschaft Schlesien – ein touristisches Markenprodukt, das mittlerweile die führende industrietouristische Route in Polen ist.

Route der Technikdenkmäler der Woiwodschaft Schlesien

Die Route entstand im Oktober 2006 als thematische Autoroute. Sie besteht aus über dreißig Standorten, die mit der Geschichte des Bergbaus, des Hüttenwesens, der Energiewirtschaft, mit dem Bahn- und Kommunikationswesen, der Wasserwirtschaft und der Lebensmittelindustrie verbunden sind. Jedes Objekt ist ein authentischer Industriestandort oder beherbergt eine Sammlung von Maschinen und Exponaten, die in den vergangenen jahrhunderten Augenzeugen der industriellen Revolution gewesen sind. Vorgestellt werden sowohl Museen und Freilichtmuseen als auch noch produzierende Betriebe, Objekte der Gemeinnutzung und bewohnte Arbeitersiedlungen.

Alle Routenstandorte sind mit einer Informationstafel versehen, die - in drei Sprachen - eine kurze Objektbeschreibung sowie touristische Informationen enthält. Darüber hinaus ist eine Ausschilderung der Standorte mit touristischen Verkehrszeichen vorgesehen. Eigentümer der einzelnen Objekte sind lokale Selbstverwaltungen, Privatpersonen und Firmen.

Dank der Vielfalt der Standorte, die einander ergänzen, bildet die Route der Technikdenkmäler der Woiwodschaft Schlesien ein mehrdimensionales Abbild des Industriezeitalters. Wie ein Zeitvehikel ermöglicht sie eine Reise durch die Jahrhunderte und garantiert dabei für ein herrliches Abenteuer und unvergessliche Eindrücke.

Tarnowskie Góry | Polen
Der Schein der Karbidlampen irrlichtert durch die unterirdische "Silberkammer". Da vorne! Sind das nicht zwei Bergleute? Mit Schlägel und Eisen rücken sie dem Dolomitgestein zuleibe. In der Ferne ist das Rattern von Erzloren zu hören, unterbrochen von Detonationen und Hammerschlag. Im nächsten ...
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Historische Silbererzgrube
Zabytkowa Kopalnia Srebra
ul. Szczęść Boże 81
42-600 Tarnowskie Góry, Polen

Blauglasierte Fliesen mit Blumenmotiven, üppig verzierte Pfeilerkapitelle, eine kostbare Kassettendecke, dazu das technische Interieur aus kupferblanken Sudkesseln, Armaturen, Handrädern und glanzpolierten Rohrleitungen: Das Sudhaus der Tyskie-Brauerei im oberschlesischen Tychy (Tichau) macht einen ...
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Brauereimuseum "Tyskie Browarium"
Tyskie Browarium
Ul. Mikołowska 5
43-100 Tychy, Polen

Zabrze | Polen
Tiefer geht’s nicht: Mit 320 Metern unter der Erde ist die historische Zeche Guido in Oberschlesien das tiefste Besucherbergwerk Europas. Ein 250 Tonnen schwerer Rohkohle-Container, Förderbänder, eine Vortriebmaschine der Marke Alpina in voller Aktion, dazu hydraulische Stützpfeiler, verschiedene ...
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Bergwerk "Guido"
Kopalnia "Guido"
3 Maja 93
41-800 Zabrze, Polen

Zywiec | Polen
Fass an! Rede! Fotografiere! In welchem Museum hätte man je solche Aufforderungen gehört? Aber in Żywiec ist eben alles anders. In der hübschen Kleinstadt wird eines der beliebtesten und traditionsreichsten Biere Polens gebraut. Wie es dazu kam, davon erzählt das örtliche Brauereimuseum. Dabei ist ...
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Zywiec Brauereimuseum
Muzeum Browaru "Żywiec"
Ul. Browarna 88
34-300 Zywiec, Polen

Radzionków | Polen
Das Brot- und Schulmuseum ist kein typisches Museum: Die Exponate stehen nicht in Vitrinen wie in vielen anderen Museen. Nein, hier ist alles frei zugänglich und die Besucher können die verschiedenen, spannenden und teils kuriosen Ausstellungsstücke selbst in die Hand nehmen. Das Museum entstand aus ...
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Brot- und Schulmuseum
Muzeum Chleba, Szkoly i Czekawostek
ul.Z.Nałkowskiej 5
41-922 Radzionków, Polen

Bielsko-Biala | Polen
Die Zwillingsorte Bielsko und Biala, die auf einander gegenüberliegenden Ufern der Biala liegen und heute die moderne Stadt Bielsko-Biala bilden, haben beide mittelalterliche Wurzeln. Zwischen 1772 und 1918 gehörten sie zum Habsburger Kaiserreich, und noch bis 1945 lebten hier vorwiegend Deutsche. ...
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Alte Fabrik
Stara Fabryka Plac Żwirki i Wigury 8 43-300 Bielsko-Biała Muzeum Techniki i Wlókiennictwa
Plac Żwirki i Wigury 8
43-300 Bielsko-Biala, Polen

Bytom | Polen
Das am 29. November 1920 eröffnete Heizkraftwerk Szombierki ist ein fester Bestandteil der Stadtlandschaft von Bytom. Investor und erster Besitzer des Heizkraft­werkes war die deutsche Schaff­gotsch Bergwerksgesellschaft GmbH, die der oberschlesischen Familie Schaffgotsch gehörte. Das Objekt ist ...
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Heizkraftwerk Szombierki
Elektrociepłownia Szombierki
Kosynierów 30
41-902 Bytom, Polen

Mit dem Bau der verzweigten Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 785 mm (30 preußische Zoll) wurde in Ober­schlesien 1851 begonnen. Die ersten Abschnitte konnten bereits zwei Jahre später befahren werden. Bis heute ist ein 21 Kilometer langer Abschnitt dieses Bahnnetzes erhalten.
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Oberschlesische Schmalspurbahn
Górnośląskie Koleje Wąskotorowe
Reja
41-902 Bytom, Polen

Der Förderturm gehörte zum heute geschlossenen Bergwerk, in dem bis 1993 Steinkohle gefördert wurde. Nach der Schließung der Zeche wurde ein Teil der Bauten abgetragen. Erhalten sind: das Gebäude der Direktion, der ehemalige Versammlungssaal, das ehemaligen Steiger-Wohnhaus, die Bergwerksfeuerwehr ...
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Förderturm des Schachtes Präsident und der Komplex Sztygarka
Szyb Prezydent wraz z kompleksem zabudowań Sztygarka
Piotra Skargi 34 a/d
41-500 Chorzów, Polen

Cieszyn | Polen
The brewery in Cieszyn was established in the 1840s and founded by Karl Ludwig Habsburg, Archduke of Cieszyn. It was built in the centre of the castle tower. He continued the old medieval traditions of local brewers, using modern production methods and offering a new product - Pilsner beer, which ...
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Cieszyn Brewery
Browar Zamkowy Cieszyn
Dojazdowa 2
43-400 Cieszyn, Polen

Cieszyn | Polen
Eine komplett erhaltene alte Druckerei, in der noch das charakteristische Flair der vergangenen Zeiten zu spüren ist. Es ist die einzige Druckerei in Polen, in der alle Maschinen noch betriebsfähig sind. Man kann hier nicht nur verschiedene Maschinen und Anlagen besichtigen, sondern auch ihre ...
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Druckereimuseum
Muzeum Drukarstwa
Głęboka 50
43-400 Cieszyn, Polen

Der 1903 entstandene Bau ist ein Teil des Bergwerks, das von Fürst Hugo von Hohenlohe zu Öhringen errichtet wurde. Das Bergwerk wurde 1996 geschlossen. Im Elektrizitätswerk stehen weiterhin die ehemaligen Maschinen und Anlagen, u.a. das prächtige Schwungrad Wanda.
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Galerie für Gegenwartskunst Elektrownia
Galeria Sztuki Współczesnej Elektrownia
ul. Dehnelów 45
41-250 Czeladź, Polen

Czerwionka-Leszczyny | Polen
The complexes of multi-family housing for staff and inspectors of the former mine „Dębieńsko”, called familoki (family block), which survived in Czerwionka, are an extremely important and distinctive part of the urban buildings of the district and town of Czerwionka-Leszczyny. These housing ...
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“Familoki” Settlement
Tourist Information Centre
Mickiewicza 10
44-230 Czerwionka-Leszczyny, Polen

Częstochwa | Polen
Częstochwa in Südpolen ist das Zentrum des polnischen Eisenerzbergbaus. Das 1968 gegründete Museum präsentiert Schachtfördereinrichtungen, Abstützungssysteme, Bohrgeräte und Abbaukratzmaschinen, Beleuchtungs- und Belüftungssysteme, Lokomotiven, die unter Tage zum Einsatz kamen, sowie Bergbaukarten. ...
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Museum des Eisenerzbergbaus
Muzeum Górnictwa Rud Żelaza
Aleja Najświętszej Marii Panny 47
42-217 Częstochwa, Polen

Częstochowa | Polen
Das Museum wurde 2001 von den Freunden der Eisenbahn Warschau-Wien gegründet. Ausgestellt sind darin u.a. Geräte und Bestandteile der Eisenbahnaus­rüstung, Lampen und Uniformen. Zu sehen sind ebenfalls eine Sammlung von Lokomotiv- und Waggonschildern, Eisenbahndoku­mente, Pläne und alte Fotografien.
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Museum der Eisenbahngeschichte
Muzeum Historii Kolei
Pułaskiego 100/120
42-200 Częstochowa, Polen

Częstochowa | Polen
Ein Streichholz ist ein kleiner Holzstab mit einer brennbaren Substanz an einem Ende, die sich leicht entzündet, wenn sie Reibung ausgesetzt wird. In China gibt es Streichhölzer seit ältesten Zeiten, in Europa dagegen halten sie erst 1805 in Frankreich Einzug. 1833 produzierte der erste Engländer ...
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Museum der Streichholzproduktion
Muzeum Produkcji Zapałek
Ogrodowa 68
42-200 Częstochowa, Polen

Dąbrowa Górnicza | Polen
Der auf auf zwei Steinkohleabbauebenen eingerichtete Lehrstollen wurde 2010 zur Besichti­gung freigegeben. Die Abbaustollen haben eine Gesamtlän­ge von 800 Metern. Man kann dort Schulungsstände für Mechanik, Elektrik und Bergwerksschutz sowie Kohleförder- und Transportmaschi­nen sehen: ...
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Lehrstollen Sztygarka
Kopalnia Ćwiczebna Muzeum Miejskiego Sztygarka
Legionów Polskich 69
41-300 Dąbrowa Górnicza, Polen

Gliwice | Polen
Das Museum ist seit 2010 im ehemaligen Maschinenhaus des Steinkohleberg­werks Gliwice untergebracht, das 1912–1914 nach dem Entwurf von Emil und Georg Zillmann gebaut wurde Die Ausstellung präsentiert Kunstgüsse aus Gusseisen und Bronze, die im 19. und 20. Jh. in der Königlichen Eisengießerei bei ...
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Kunstgussmuseum
Oddział Odlewnictwa Artystycznegocznego-2/
Bojkowska 37
44-100 Gliwice, Polen

Gliwice | Polen
Der 118 Meter hohe Radiosendeturm im schlesischen Gliwice (Gleiwitz), eine Gitterkonstruktion aus Lärchenholz, ist vermutlich das höchste hölzerne Bauwerk in Europa. Er beherrscht die Stadtsilhouette und wird verschiedentlich auch als "Schlesischer Eifelturm" bezeichnet. Gebaut hat ihn die Deutsche ...
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Radiostation Gliwice
Radiostacja Gliwice
Tarnogórska 129
44-100 Gliwice, Polen

Gliwice | Polen
Das gründlich sanierte, über hundertjährige Museumsgebäude diente früher als Pumpstation. Während der Besichtigung besucht man ebenfalls die modernen Objekte und Anlagen der Zentralen Abwasserreinigungsanlage (auch das Labor und die voll automatisier­te Steuerungszentrale).
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Museum für Sanitärtechnik
Muzeum Techniki Sanitarnej
Edisona 16
44-102 Gliwice, Polen