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Regionale Route Saar-Lor-Lux | Deutschland

Grenzen haben die Region entlang der Saar, Lothringen und Luxemburg über die Jahrhunderte bewegt und nachhaltig geprägt. Grenzverläufe wechselten nach Kriegen, wo heute zwei Bindestriche die Großregion „Saar-Lor-Lux" mühelos verbinden. Dabei galt, ohne die lothringische Minette kein Stahl an der Saar. ... mehr

Regionale Route Saar-Lor-Lux

Grenzen haben die Region entlang der Saar, Lothringen und Luxemburg über die Jahrhunderte bewegt und nachhaltig geprägt. Grenzverläufe wechselten nach Kriegen, wo heute zwei Bindestriche die Großregion „Saar-Lor-Lux" mühelos verbinden. Dabei galt, ohne die lothringische Minette kein Stahl an der Saar. Untertage galten diese Grenzen nicht. Eisenerz lagerte im Südwesten Luxemburgs und schob sich in Richtung Nancy hinab. Kohleflöze dehnten sich über die bayrischen wie preußischen Anteile am Saarrevier aus. Ein weltweiter Rohstoffmarkt bedeutete später das Ende für Erz und Stahl der Großregion. Doch die gemeinsame Industriegeschichte und eine allgegenwärtige Industriekultur bleiben. Eisenerz, Kohle und Stahl gehören zusammen wie das Weltkulturerbe Völklinger Hütte, das Musée de la Mine in Petite Rosselle und der Industrie- und Eisenbahnpark im luxemburgischen Fond-de-Gras.

Natürliche wie politische Grenzen forderten heraus. Der Rischbachstollen in St. Ingbert wurde zum unterirdischen Transportweg ausgebaut, weil die Fahrt über eine steile Straße gefährlich wie teuer war und der grenznahe preußische Teil des Reviers nicht beliefert werden durfte. Ein Stahltrog für Schiffe beim Aufzug in Saint-Louis/Arzviller im Rhein-Marne-Kanal ersetzte eine Kette von Schleusen. Hingegen war es mit dem Salzabbau in Marsal vorbei, als Militärbaumeister Vauban im Auftrag Ludwig XIV. 1699 die Stadt zur Festung umbaute. Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 sorgte für weitere Grenzverschiebungen, so dass der Glashändler Emil Gallé zwar im ehemals lothringischen, nun aber deutschen Glasmacherdorf Meisenthal fertigen ließ, aber ganz Patriot „Nancy" auf seine Vasen und Schalen stempeln ließ.

Grenzen zu überschreiten hieß im Industriezeitalter immer auch die Pflicht zum Superlativ und zur Höchstleistung: Der erste, 1883 in der Völklinger Hütte errichtete Hochofen war der größte im Saarrevier. 1890 stand hier das größte Trägerwalzwerk im Kaiserreich. Das Bergwerk Petite Rosselle war nach 1945 mit vier Schachtlangen einer der größten Standorte der französischen Schwerindustrie. Fast 100 Meter hoch und 1200 Meter tief führt der Schacht IV, der „weiße Riese", des ehemaligen Bergwerks Göttelborn, ohne je seine Kraft zu entfalten. Wie eh und je treibt Wasserkraft die Turbine die Maschinen der Feinmechanischen Werkstatt der Fellenbergmühle in Merzig an.

So sehr die Natur mit ihren Bodenschätzen politische Grenzen missachtete, so sehr bestimmten strenge Standesgrenzen die Industriekultur der Saar-Lor-Lux-Region. Die Architektur der Arbeitersiedlungen bildet die soziale Hierarchie im Reich der Hüttenbarone zwischen Herrenhaus und Schlafhaus, Arbeiterhaus und Direktorenvilla ab. Bis in die Arbeitwelt hinein zogen sich diese Grenzen, wie die Gebäudeaufteilung im ehemaligen Bergwerk Velsen zeigt. Dort wurde sogar nach Konfessionen, Familienstand und Rang getrennt sich gewaschen und gegessen.

Industriekultur heißt, Grenzen zur Vergangenheit, zu anderen Ländern zu überschreiten. Dazu laden Museen und Erlebnisorte in der Region Saar-Lor-Lux laden ein, indem sie die Geschichte von Kohle, Eisenerz, Stahl, aber auch von Glas, Keramik und Salz und ihrer Verarbeitung erzählen und an eine vergangene Zeit erinnern.

Völklingen | Deutschland
Sie ist ein Dinosaurier der Industriegeschichte: die 1986 stillgelegte Hochofenanlage und Gebläsehalle der Völklinger Hütte im Saarland. Ihre Visitenkarte: 600.000 Quadratmeter Grundfläche. Die geballte Kraft von mehr als 100 Jahren Eisenherstellung. Das erste Industriedenkmal aus dem 19. ...
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Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur
Rathausstraße 75
66302 Völklingen, Deutschland

Petite-Rosselle | Frankreich
Allein die schiere Masse der Zentralhalde läßt erahnen, was hier einmal los war. Im Norden erhebt sich die kahle Front eines Sandsteinbruchs, der einst das Füllmaterial für die unter Tage abgebauten Flöze lieferte. Zwei riesenhafte Bauwerke, die Kohlenwäsche für Koks- und Kesselkohle, drängen sich ...
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Musée les Mineurs Wendel | La Mine Wendel
F 57540 Petite-Rosselle, Frankreich

Rumelange | Luxemburg
Fast 150 Jahre, von 1824 bis 1964, gruben Bergleute in Rumelange um den „Roches Rouges“, den Roten Felsen, nach Eisenerz. Die Ausbeutung von Mensch und Rohstoffen war gewaltig. In 12-Stunden-Schichten schufteten 70 bis 90 Bergmänner ohne Sicherheitsvorkehrungen, ohne Sozialleistungen in Nässe und ...
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Nationales Bergbaumuseum
Musée National des Mines de Fer Luxembourgeoises
Carreau de la Mine Walert
3714 Rumelange, Luxemburg

Uckange | Frankreich
Der Hochofen U4 ist ein rostbefallenes Fossil. Einsam steht es auf einer umzäunten Industriesteppe neben der Nationalstraße 953 und dem Fluss Vensch. Seine Nachbaröfen wurde nach und nach abgerissen. 15 Jahre dauerte der Kampf um sein Leben. Seit 1995 genießt der Hochofen 4 als einziger in ganz ...
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Hochofen U4
Parc haut-fourneau U4
1, Jardin des Traces
57270 Uckange, Frankreich

Bexbach | Deutschland
Wer tief in die Vergangenheit schauen will, muss erst einmal hoch hinaus. Die Einfahrt in das 1934 im Hindenburgturm eingerichtete Saarländische Bergbaumuseum in Bexbach beginnt in 40 Meter Höhe. Von hier hat man den besten Blick auf das „übersehene Saarrevier“ der Saarpfalz. Das Kohle machen, ...
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Saarländisches Bergbaumuseum
Niederbexbacher Straße
66450 Bexbach, Deutschland

Düppenweiler | Deutschland
Kohlegruben prägen die Industrie- und Sozialgeschichte des Saarlandes. Doch in Düppenweiler förderte man Kupfer. 1723 stieß ein Bauer beim Pflügen auf kupferhaltiges Gestein. 1725 begann der Kupferbergbau. Im 19. Jahrhundert gelangte das Bergwerk in den Besitz der Dillinger Hütte. Ein letztes Mal ...
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Historisches Kupferbergwerk
Piesbacher Straße
66701 Beckingen-Düppenweiler, Deutschland

Losheim am See | Deutschland
Ob Straße oder Schiene, ohne funktionierende Verkehrswege kommt nichts voran. Vor allem zählt dabei die Rentabilität. Die Kleinbahn der Wadern-Büschfelder Eisenbahngesellschaft ist dafür ein Beispiel. 1906 eröffnet und 1987 stillgelegt, fährt auf ihr heute die Museumseisenbahn Losheim. 1906 ...
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Museumsbahn und Eisenbahnmuseum Losheim
Streifstraße
66679 Losheim am See, Deutschland

Nicht nur Kohle, sondern auch Wasser liefert Energie. Wasserkraft lässt in der Fellenbergmühle Transmissionsriemen rotieren und Maschinen vibrieren. Als eine der wenigen funktionstüchtigen Betriebe im Land bezeugt die Fellenbergmühle den Übergang von der Manufaktur zur Fabrik, vom Handwerk zur ...
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Handwerks- und Industriemuseum Fellenbergmühle
Marienstraße 34
66663 Merzig, Deutschland

Das Wort von den Kathedralen der Industriekultur muss man wörtlich nehmen. Ihre raumgreifende Architektur bot genug Raum für die seit der Mitte des 18. Jahrhunderts entstehenden Fabriken. Hier liegen die Urformen der Industriearchitektur. So wurde aus einer ehemaligen Benediktinerabtei das Zentrum ...
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Erlebniszentrum The House of Villeroy & Boch
Saaruferstraße
66693 Mettlach, Deutschland

Quierschied-Göttelborn | Deutschland
In Göttelborn ist nichts wie es auf den ersten Blick scheint. Förderanlagen und Werkssiedlung haben die Rollen getauscht. Das weithin sichtbare Fördergerüst ist Ausdruck neuester Technik und strenger Funktionalität und doch bereits museal. Das vermeintliche Freilichtmuseum Werkssiedlung hingegen ...
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Bergwerk und Siedlung Göttelborn
Zum Schacht
66287 Quierschied-Göttelborn, Deutschland

Völklingen | Deutschland
Das Bergwerk Velsen ist eine für das Saarrevier typische Anlage. Deren Geschichte begann 1899 mit dem Abteufen des Rosselschachtes. 1904 begann die Kohleförderung. 1965 verlor die Grube ihre Selbständigkeit. Der Förderstandort wurde stillgelegt. Velsen verblieb einzig der Gustavschacht zur ...
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Erlebnisbergwerk Velsen
Alte Grube Velsen
66127 Völklingen, Deutschland

St. Ingbert | Deutschland
Vier Gruben gab es im heutigen Saarpfalz-Kreis: Mittelbexbach, Frankenholz, Höchen und St. Ingbert. Die St. Ingberter Anlage entwickelte sich im Lauf des 19. Jahrhunderts zur größten und ertragsreichsten im bayrischen Staatsbergbau. 1959 ging diese Ära zu Ende. Seit 1990 lässt das Besucherbergwerk ...
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Besucherbergwerk Rischbachstollen
Am Grubenstollen
66386 St. Ingbert, Deutschland

Wadgassen | Deutschland
Hier könne man auch drei Stunden Texte lesen, lautet das Angebot von Museumsdirektor Roger Münch. Doch das Deutsche Zeitungsmuseum bietet mehr als Lektüre, sondern allerhand zum Schauen und Mitmachen ein. Zur Prämonstratenser Abtei Wadgassen gehörten zahlreiche Wirtschaftsgebäude, die sich um ...
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Deutsches Zeitungsmuseum
Am Abteihof 1
66787 Wadgassen, Deutschland

Der Wettlauf der Schifffahrt mit der Eisenbahn war nicht zu gewinnen. Das Projekt des Schrägaufzugs von Saint-Louis-Arzviller für Schiffe war von Anfang an auf der Schiefen Ebene. Zwischen Vitry-les-Francois und Straßburg verband der 1853 fertiggestellte Rhein-Marne-Kanal Saone, Marne, Maas, Mosel ...
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Schiefe Ebene am Saint-Louis-Arzviller-Kanal
Association Touristique du Plan Incliné Saint-Louis-Arzviller
Route du Plan Incliné
57820 Arzviller, Frankreich

Ohne Koks kein Stahl. Erst mit dem Einsatz des Koks im Jahr 1769 schlug die Stunde des kleinen Erzes, der Minette, als Rohstoff für die Produktion von Eisen und Stahl. Eine weitere Hürde auf dem Weg zum Partner von Eisen und Stahl nahm das Erzchen, als 1881 das Thomasverfahren in Hayange bei der ...
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Museum der lothringischen Eisenerzgruben Aumetz
Musee des Mines de Fer d’Aumetz
Rue Saint Léger de Montbrillais
57110 Aumetz, Frankreich

Marsal | Frankreich
Marsals Existenz ist auf Salz gebaut. Das Dorf im Saulnois, zu Deutsch „Salzgau“ entlang des Flüsschen Seille entstand auf einem Scherbenhaufen. Denn in Tonbechern trocknete rund 1000 Jahre vor Christus die aus Salztümpeln gewonnene Sole. Den fertigen Salzkuchen schlug man aus der Form und warf ...
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Salzmuseum
Musée département du Sel
Porte de France
57630 Marsal, Frankreich

Wälder und Sand gibt es in den Nordvogesen genug, um seit Ende des 15. Jahrhunderts Glas zu machen. 1794 entstand eine Glashütte, deren späterer Ruhm sich mit dem Namen Emile Gallé verknüpft. Von 1866 bis 1870 ließ er offiziell, bis 1894 inoffiziell in Meisenthal produzieren. Im 20. Jahrhundert ...
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Internationales Glaszentrum (CIAV) Meisenthal und Glasmuseum
Place Robert Schuman
57960 Meisenthal, Frankreich

Neufchef | Frankreich
Die Minette war ein erstes Opfer der Globalisierung, lange bevor dieses Wort in aller Munde war. Das „Erzchen“ verdankte seinen Namen seinem geringen Eisengehalt von 20 bis 35 Prozent gegenüber dem „guten Eisen“, dem „fer fort“. 30 Kilometer breit war die Spur der Minette durch das lothringische ...
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Ecomuseum des Lothringer Erzbergbaus
Musée des Mines de Fer de Neufchef
Vallée de Sainte Neige
57700 Neufchef, Frankreich

Saint-Louis-lès-Bitche | Frankreich
1586 taucht zum ersten Mal die Glashütte Münzthal in einem Schriftstück auf. Hier gab es genug Sand, Holz, Farnkraut, um daraus Glas zu machen. Bereits 1781 spezialisierten sich die Glasmacher von Saint-Louis auf Bleikristall. Das ließ sich nicht nur die Französische, sondern auch die Industrielle ...
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La Grande Place – Kristallmuseum Saint-Louis
Rue Coetlosquet
57620 Saint-Louis-lès-Bitche, Frankreich

Sarreguemines | Frankreich
Nach der Französischen Revolution war vor der Industriellen Revolution: 1790 kamen drei Geschäftsmänner aus Straßburg nach dem lothringischen Sarreguemines, um Wasser, Feuer und Erde für ihre Zwecke zu nutzen. Nicolas-Henri und Paul-Augustin Jacobi und Joseph Fabry gründeten eine Steingutmanufaktur. ...
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Steingutmuseum Saargemünd
125, avenue de la Blies
57200 Sarreguemines, Frankreich