Industrie(kultur)tourismus

Industrie wird in S. João da Madeira groß geschrieben. Und neuerdings auch Industriegeschichte. Diese Kombination macht die Stadt und ihre Umgebung zu einem aufregenden Ziel für Fans der Industriekultur. Das Besucherzentrum im Turm der ehemaligen Nähmaschinenfabrik Oliva bietet Informationen über Standorte, Rundgänge und Führungen. In den Fabrikhallen gleich nebenan erwartet Interessierte ein Museum der zeitgenössischen Kunst und eine Ausstellung über die Geschichte der Firma Oliva und ihre herausragende Werksarchitektur. Das Reizvolle an den verschiedenen Rundgängen durch das Stadtgebiet ist, dass sie multimedial aufbereitete Industriegeschichte und produzierendes Gewerbe miteinander verbinden. Die Schuhproduktion etwa ist vertreten durch ein Museum, eine Akademie für Schuh-Design und zwei erfolgreich arbeitende Betriebe. Dem Hutmuseum stehen eine Fabrik zur Fellverarbeitung und der aktuelle Weltmarktführer der Filzbranche zur Seite. Ein bedeutender Matratzenhersteller, Spezialisten für Papier- und Textiletiketten sowie die einzige Bleistiftfabrik Portugals sind weitere Höhepunkte des abwechslungsreichen Besichtigungsprogramms.

Industrie(kultur)tourismus
Rua Oliveira Júnior nº 591
3700-204 S. João da Madeira
Portugal
+352 (0) 256 - 200204
Homepage

Geschichte

1925 legte António José Pinto de Oliveira in S. João da Madeira den Grundstein zu einer Metall- und Maschinenfabrik, die in Portugal Industriegeschichte schreiben sollte. Landwirtschaftliche Geräte, Ausrüstung für die Hutindustrie, Nähmaschinen der Marke Oliva, Sanitär-Rohrleitungen, Drehmaschinen, Heizkörper und viele andere Produkte gingen von hier aus ins ganze Land und in die ehemaligen portugiesischen Kolonien. Heute steht das nunmehr umgenutzte Werksgebäude mit seiner klassischen Fabrikarchitektur stellvertretend für die Erfolgsgeschichte einer vielfältigen Industrieregion.

Die touristische Erschließung dieses industriellen Panoramas ist noch jung und macht S. João da Madeira zu einem Vorreiter der Industriekultur in Portugal. 2012 rief der Stadtrat ein Tourismusprojekt ins Leben, in dessen Zentrum eine Reihe von industriekulturellen Routen steht. Diese Routen haben das Ziel, das bis heute lebendige industrielle Erbe der Stadt zu erhalten und zugänglich zu machen. Durch die Kombination von Museen und produzierenden Betrieben wird deutlich, wie sich traditionelle Industriezweige wie die Schuh-, Hut- und Textilindustrie weiterentwickelt haben und so den Boden für neue Produkte und Geschäftsmodelle bereiteten. Ein Beispiel dafür ist FEPSA, ein Unternehmen, in dem sich 1969 sechs Filzproduzenten zusammenschlossen, die durch innovative Technologien unter anderem die Hutherstellung revolutionierten und heute den Weltmarkt für Filzerzeugnisse beherrschen. Ein anderer erfolgreicher Player ist Heliotextil, der mit seinen Etiketten, Bändern und Gummibändern weltweit Kunden aus der Schuh- und Textilindustrie, dem Handel und der Werbebranche beliefert.

Alle diese Betriebe stehen Besuchern offen und erlauben spannende Einblicke in die moderne Industrieproduktion. Den geschichtlichen Hintergrund liefern abwechslungsreich aufbereitete Ausstellungen. Das Besucherzentrum im Oliva-Turm bietet alle nötigen Informationen für maßgeschneiderte Rundgänge durch die reiche Industriegeschichte von S. João da Madeira.

Emfohlene Aufenthaltsdauer: 1-6 Stunden
Dauer einer geführten Tour: 60 Minuten
Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: vollständig
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt: ja
Museumsshop: ja

Montag - Freitag 9.00-12.30, 14.00-18.00 Uhr
Samstag 10.00-13.00, 14.00-18.00 Uhr
Sonntag 10.30-12.30, 14.30-18.00 Uhr

  • Nur mit Führungen
  • Führungen möglich
  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder